Kostenfreie Landkreis-Veranstaltung zum Internationalen Frauentag – Jetzt anmelden

Anlässlich des Internationalen Frauentages plant die Gleichstellungsstelle des Landkreises Wesermarsch in diesem Jahr in Kooperation mit der Kreisbibliothek eine Lesung und ein Austauschgespräch mit der Autorin Susanne Kaiser. Diese Veranstaltung findet bereits einen Tag vor dem Internationalen Frauentag statt – also am Donnerstag, 7. März, ab 18 Uhr in den Räumen der Georg-von-der-Vring-Bibliothek an der Gerd-Köster-Straße 4 in Brake. Der Eintritt ist frei. Zudem ist für einen kleinen Empfang mit Fingerfood gesorgt.

„Zum diesjährigen Internationalen Frauentag möchten wir ein brandaktuelles, frauenpolitisches Thema in den Vordergrund stellen“, berichtet Maren Ozanna, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Wesermarsch. Entsprechend liest die Autorin Susanne Kaiser aus ihrem Buch „Backlash – Die neue Gewalt gegen Frauen“ vor. Kaiser ist sowohl Journalistin als auch Autorin und schreibt unter anderem für die Zeit und den Spiegel und ist zudem im Deutschlandfunk Kultur zu hören. Seit 20 Jahren recherchiert sie zu den Machtverhältnissen zwischen Männern und Frauen in muslimischen und westlichen Gesellschaften – in jüngerer Zeit vor allem zu neu aufkommenden Phänomenen wie organisiertem Frauenhass und Sexismus.

„Auch durch das Erstarken der neuen Rechten wird das bisherige Frauenbild wieder häufiger in Frage gestellt“, bezieht sich Maren Ozanna auf Beobachtungen von Expertinnen und Experten wie der Amadeu-Antonio-Stiftung. Die Ablehnung vonseiten der neuen Rechten richte sich unter anderem gegen die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung der Frau und gegen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Diese neuen rechten Bewegungen machen deutlich, dass sie nicht nur gegen die Gleichstellung aller Geschlechter sind, sondern auch gegen die Unabhängigkeit, Sichtbarkeit und Stärkung von marginalisierten Menschen, warnen die Expertinnen und Experten. „Gleichberechtigung gehört aber zwingend zu einer demokratischen Gesellschaft“, stellt Maren Ozanna unmissverständlich klar.

Die Autorin Susanne Kaiser beschreibt in ihrem Buch wiederum, dass Machtpositionen heute immer häufiger von Frauen besetzt werden: Sie sind Staatsoberhäupterinnen oder bestimmen die Außenpolitik maßgeblich mit. Ebenso wie Männer thematisieren sie gesellschaftspolitische Diskurse und lenken Debatten. Sie sind erfolgreich in männlich dominierten Positionen und leben ein selbstbestimmtes Sexualleben. Damit und mit dieser Sichtbarkeit steige aber auch die Gewalt gegen Frauen. Diese Gewalt steigt, weil sie Frauen sind. „Gewalt in der Partnerschaft, Femizide, sexuelle Übergriffe, Stalking, Hetze, Hasskampagnen und totale Kontrolle über das gesamte Leben haben analog zugenommen“, stellt Ozanna eine alarmierende Negativentwicklung der letzten Jahre dar. Dieses sei zugleich aber nur ein Schwerpunkt, auf den Susanne Kaiser in ihrer Lesung eingehen werde.

Alle interessierten Personen sind eingeladen, an der kostenfreien Veranstaltung teilzunehmen. Natürlich ist auch eine kurzfristige Teilnahme möglich. Zwecks besserer Planung wird aber um vorherige Anmeldung unter Telefon 04401 / 927-366 oder per Mail an frauenbuero@wesermarsch.de gebeten.


Geschichtlicher Hintergrund zum Internationalen Frauentag:

In diesem Jahr wiederholt sich der internationale Frauentag bereits zum 114. Mal in der Bunderepublik. Initiiert wurde der Tag 1908 durch Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas.

Sie forderten bereits seinerzeit das Frauenstimmrecht ein. Nachdem der erstmalig stattfindende Frauentag 1909 gelungen war, wurde dieser Tag anschließend im Jahr 1910 bei der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen von der deutschen Sozialistin Clara Zetkin (1857-1933) thematisiert und von den Anwesenden beschlossen. In Deutschland fand der internationale Frauentag erstmalig am 19. März im Jahr 1911 statt. Er basiert auf dem Kampfgeist der Frauen. Das Ziel der Frauen bestand darin, die Gleichberechtigung voranzubringen, die Emanzipation der Arbeiterinnen zu forcieren sowie das Wahlrecht der Frauen zu fordern. Erst zehn Jahre später wurde der Frauentag bei der zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen in Moskau auf den 8. März datiert und wird seitdem an diesem Datum zelebriert.


Foto: Landkreis Wesermarsch/Martin Bolte

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Wesermarsch, Maren Ozanna (links), organisiert gemeinsam mit Anne Humboldt und Inga Lüdke (Leiterin und stellvertretende Leiterin der Kreisbibliothek, v.l.) die kostenfreie Lesung in der Georg-von-der-Vring-Bibliothek am 7. März.