Familienfreundlichkeit kennt viele Wege

Kinderbetreuung ausbauen - Arbeitszeitmodelle nutzen

Reger Austausch unter Personalern zum Thema Fachkräfte.

Familienfreundlichkeit nimmt den ganzen Menschen in den Blick

Berne. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen sind nicht nur Fachkräfte, sondern tragen vielfach auch Verantwortung für familiäre Belange. Eine wichtige Aufgabe dabei ist die verlässliche Betreuung der Kinder. Diese zu organisieren kann mit Hilfe der Kinderservicebüros in der Wesermarsch gelingen. „In der Regel gehen die Frauen nach einem Jahr Elternzeit zurück in ihren Beruf“, so die Erfahrung von Ulrike Mayer, Leiterin des Servicebüros in der Gemeinde Ovelgönne.

Es gibt einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz

Nach dem Sozialgesetzbuch besteht dann grundsätzlich ein Rechtsanspruch für einen Betreuungsplatz von Kindern bis zu drei Jahre. Bei Kindern bis zu einem Jahr haben Eltern einen Anspruch darauf, dass ihr Kind einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter (Kindertagespflege) bekommt, wenn 1. dies für die Entwicklung des Kindes das Beste ist oder 2. die Eltern arbeiten, eine Ausbildung machen, zur Schule oder Hochschule gehen oder arbeitsuchend sind.

Im Alter zwischen ein und drei Jahren haben Eltern einen Anspruch darauf, dass ihr Kind einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter (Kindertagespflege) bekommt, egal ob die Eltern arbeiten oder nicht. Soweit die Rechtslage. Allerdings deckt sich der Rechtsanspruch der Eltern nicht immer mit dem tatsächlichen Platzangebot. Somit wird die Rückkehr an den Arbeitsplatz verhindert und die Unternehmen haben das Nachsehen. Was also tun, wenn Betreuungsplätze fehlen?

Unternehmen erhalten öffentliche Förderung bei der Schaffung von Betreuungsplätzen

Hier können die Arbeitgeber einen wichtigen Beitrag zur Familienfreundlichkeit leisten, denn es gibt zahlreiche Formen der Kinderbetreuung, die Unternehmen durch eine finanzielle Beteiligung mit auf den Weg bringen können. Beispiel Landkreisverwaltung Wesermarsch: seit diesem Jahr hat die Verwaltung eine betriebliche Großtagespflegestelle in Brake eingerichtet. Die Organisation liegt in den Händen des Familienservice Weser-Ems e.V., dort können bis zu zehn Kinder im Alter von acht Wochen bis drei Jahren betreut werden. „Wenn der Bedarf da ist, können Unternehmen, in Abstimmung mit der jeweiligen Gemeinde,  auch Krippen und Kindergärten einrichten. Und weil die Plätze vielfach nicht alleine durch die eigenen Mitarbeiter nachgefragt werden, können die überzähligen Plätze auch der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden“, klärt Ulrike Mayer über die Optionen für Unternehmen auf.

Betriebe können sich auch zusammenschließen, um eine Betreuungsform zu ermöglichen, staatliche Förderung hilft dabei. Experten zu den spezifischen Förderfragen sind vor allem Vereine wie der Familienservice Weser-Ems e.V. (www.famservice.de, Frank Gieselmann), aber auch der Verein Ammerländer Kindertreff e.V./Wahnbek Sabine Schäfer. Hier erhalten Betriebe Unterstützung bzgl. der Fragen von Organisationsformen, Konzeption, Hürden, Investitionskosten, Betriebskosten, Finanzierung bzw. Förderungen.

Arbeitszeitmodelle schaffen Flexibilität für Familienarbeit

Familienfreundlichkeit im Betrieb zeichnet sich aber nicht nur durch geförderte Kinderbetreuung aus. Ein weiterer Weg stellen die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle dar. Diese bieten den Beschäftigten Gestaltungsspielraum bei der Arbeitsplatzgestaltung. Mehr Flexibilität in der Präsenzzeit, also der verbindlichen Anwesenheitszeit, bietet die Teilzeitregelung, Gleitzeit, Jahresarbeitszeit, Funktionszeit, Homeoffice oder Zeitwertkonten. „Die Bereitschaft des Unternehmens sich auf die individuellen Bedürfnisse des Arbeitnehmers einzustellen, schafft eine hohe Identifikation mit dem Betrieb“, weiß Beraterin Raphaela Gerdes-Schmidt von der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft Jade-Weser zu berichten. „Es gibt einen Arbeitnehmermarkt, daher müssen die Unternehmen sehen, wie sie mit intelligenter Strategie Frauen ans Unternehmen binden können.“

In der Elternzeit mit den Mitarbeitern in Kontakt bleiben

Familie und Beruf miteinander in Einklang zu bringen stellt gerade Rückkehrerinnen nach einer Erziehungszeit vor eine Herausforderung. Hier kann der Betrieb gut unterstützen, indem während der Elternzeit kleine Arbeitsphasen, Urlaubsvertretung oder auch ein Bildungsurlaub angeboten werden. So bleiben die Qualifikationen erhalten und der Wechsel zum Arbeitsort wird bereits „eingeübt“. „Familienfreundlichkeit berücksichtigt den ganzen Menschen und sichert sich so das ganze Engagement“, ist sich die Beraterin sicher. In Zeiten zunehmender Fachkräfteknappheit stehen den Arbeitgebern somit durchaus Instrumente zur Verfügung, um ihre Arbeitgeberqualitäten zu erhöhen. Überlegungen zur Familienfreundlichkeit sollten dabei ernsthaft in Betracht gezogen werden.

Verbund familienfreundlicher Unternehmen Wsermarsch - Friesland e.V. bietet Unterstützung

Professionelle Unterstützung erhalten die Unternehmen dafür auch durch den Verbund familienfreundlicher Unternehmen Wesermarsch - Friesland e.V. Der Verbund wird durch die Koordinierungsstelle organisatorisch betreut. Die Mitgliedsbetriebe erhalten konkrete praktische Hilfestellungen durch Beratung und Weiterbildungsangebote. "Die Betriebe können vom Personalpool der Ko-Stelle profitieren. Sie können individuell zugeschnittene Workshops bekommen. Ob Mitarbeiter oder Führungskraft, wir bieten unterschiedlichste Trainings an,  damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch besser klappt", skizziert Maike Breuker die Verbundsarbeit. Interessierte wenden sich an frauen-und-wirtschaft@wesermarsch.de oder direkt telefonisch an sie unter 04401- 996914. 

Eingeladen hatte die Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH im Rahmen der Veranstaltungsreihe Erfolgreich am Markt. Veranstaltungsort und Gastgeber war im September das Stedinger Landhaus in Dreisielen. Die Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft Jade-Weser ist ein Projekt der Wirtschaftsförderung.

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