Finanzexperte blickte auf das Jahr 2019

Das Jahr 2020 bleibt für Sparer schwierig - Mut zu Investionen und Aktien

Strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen geht zu Lasten der Infrastruktur

Tossens. Wer sich mit Statistiken, Zahlen und Diagrammen wohlfühlt, der kam bei Christian Lips voll auf seine Kosten. Der Chefvolkswirt der NordLB war auf Einladung der Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH bei „Erfolgreich am Markt“ zu Gast. Mit seinen Ausführungen stellte er die wesentlichen Faktoren zusammen, die aktuell das Wirtschaftsgeschehen beeinflussen. Bei den zahlreichen geopolitischen Handelskonflikten sind bei den Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft vor allem die Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie USA und Europa von Bedeutung. „Das Grundproblem ist der Präsident in den USA, der nicht verlässlich ist“, machte Lips den Verursacher dieser Krisen aus. Dies wirke sich bereits negativ auf die Investitionsbereitschaft in der Wirtschaft aus und greife damit unmittelbar in den Welthandel ein. „Die größte Bedrohung für die Sicherheit in der Welt ist Donald Trump“, steht daher für den Analysten fest.

Ein weiteres Minusgeschäft zeichnet sich bereits durch den Brexit ab, dessen Ausgang noch offen sei. Lips erinnerte in diesem Zusammenhang an die CETA-Verhandlungen mit Kanada. Das Freihandelsabkommen habe Jahre gedauert, mit einem möglichen harten Brexit könne es zu ähnlichen Konsequenzen kommen.

Als Industrienation mit hoher Exportlastigkeit stehen die Zeichen daher eher ungünstig. Die Hauptabsatzmärkte für Investitionsgüter in Großbritannien, USA und China stagnieren. Zudem lahmt das Geschäft mit der Automobilindustrie, weil China zunehmend auf E-Fahrzeuge setzt. „Nach einer langen Aufschwungphase seit 2009 gerät die deutsche Industrie in die Rezession“, stellt Lips klar. Die Binnenwirtschaft zeige sich noch robust, weil insbesondere das Handwerk und die Bauwirtschaft den Arbeitsmarkt stabil hielten. Der spürbare Fachkräftemangel sorge zudem dafür, dass Entlassungen ausblieben.

Impulse zur Veränderung können die Wirtschaft und die Bürger auch nicht durch die aktuelle Geldpolitik erwarten. Fazit: „Kurz und mittelfristig ist nicht mit Zinserhöhungen zu rechnen“, bringt es Christian Lips auf den Punkt. Als Grund nannte er das Dilemma der Europäischen Zentralbank: die hohe Verschuldung der EU-Länder lässt keinen Spielraum für Zinserhöhungen. In diesem Zusammenhang verwies der Experte auf die deutliche Unterfinanzierung der Kommunen „man muss das niedrige Zinsniveau nutzen, um das Land strukturell fit zu machen“, kritisierte Lips die Bundespolitik. Die Herausforderungen des Breitbandausbaus und Klimawandels müsse man jetzt angehen, um als Wirtschaftsnation seine hohe Produktivität zu halten. Eine aktuelle Befragung bei Unternehmen habe zum Ergebnis, dass der mangelhafte Ausbau der Infrastruktur als ernsthaftes Hemmnis für die Wirtschaftsentwicklung bewertet würde.

Gastgeber des Abends war Center Parcs mit seinem „Park Nordseeküste“ in Tossens. Die Urlaubsgäste können aus 423 Wohneinheiten, 78 Hotelzimmer und 79 Apartments auswählen. 2017 und 2018 wurden umfangreiche Sanierungen vorgenommen, was sich in einer steigenden Nachfrage äußert. Zu 70 Prozent sind es Familien, die hinter dem Deich Erholung suchen. Weil zunehmend Familien mit mehreren Generationen einen gemeinsamen Urlaub erleben möchten, sind 42 neue große Häuser geplant. Mark Schuur, Geschäftsführer, kann auf eine erfreuliche Entwicklung blicken: die Auslastung der Anlage ist so gut, dass man das Wort „Nebensaison“ im „Park Nordseeküste“ nicht mehr kennt.

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