„Smile“ Training bringt die Mitarbeiter im Hotelbetrieb zum Lächeln

„Smile“ Training bringt die Mitarbeiter zum Lächeln

v.l. Nils Siemen, Astrid Möllmann, Ingrid Marten, Tim Oberdieck

Der Betrieb als „Kümmerer“ schafft Durchbruch bei der Nachwuchssicherung

Bremerhaven/Wesermarsch. In der Hotellerie und Gastronomie, wie in vielen anderen Branchen, ist die Besetzung von Ausbildungsplätzen kein Selbstläufer mehr. Auch ein 4-Sterne-Hotel wie das Atlantic Hotel Sail City musste sich dieser Tatsache stellen, denn die Bewerberzahlen hatten sich halbiert und es gab viele sogenannte „Abbrecher“, weil der Arbeitsalltag in der Branche dann doch nicht passte.

„Wir sind nicht dafür ausgebildet, den Übergang aus dem geschützten Raum von Schule und Elternhaus in den Betrieb zu regeln“, resümiert Hoteldirektor Tim Oberdieck rückblickend die Erfahrung, die ihn dazu veranlasste, einen Profi für junge Menschen an seine Seite zu holen. Gemeinsam mit der PiA3 GmbH aus Bremerhaven setzt man nun schon seit einigen Jahren auf das „Smile Training“. „Das Training haben wir ursprünglich für Abgänger in der Schule entwickelt. Diese Methode wenden wird nun im ersten Lehrjahr an, um in den Ausbildungsberuf hinein zu wachsen“, erklärt Astrid Möllmann die Herangehensweise. Beide Referenten gaben im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erfolgreich am Markt“ der Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH einen Einblick in die betriebliche Nachwuchsbildung beim Atlantic Hotel in Bremerhaven.

Die Besonderheit beim Training ist, dass sowohl betriebliche als auch persönliche Themen einmal im Monat offen zur Sprache kommen. Oberdieck betont: „Es geht nicht um sozial schwache Jugendliche, sondern um die jeweiligen persönlichen Schwächen“, die für die Berufsstarter zum Problem werden können. Sechs Module à sechs Stunden, plus Kontrollen gehören zum Trainingsumfang, alles findet während der Arbeitszeit statt. Themen wie Selbst- und Fremdwahrnehmung, Team, Kommunikation und Konflikte bestimmen die Inhalte.   Mit der Ausbildung gibt es für die Lehrlinge auch eine Übernahmegarantie. Und falls es doch zum Abbruch kommt, geschieht das einvernehmlich, „bewusst, ohne Knall, weil man weiß, dass es nicht geht“, weiß Trainerin Möllmann aus Erfahrung.

Allerdings gehört der Abbruch im Sail City zur Ausnahme. Für alle Beteiligten ist „Smile“ ein Volltreffer: die Führungskräfte sind entlastet, die jungen Berufseinsteiger können sich mit allen Belangen vertrauensvoll weiterentwickeln und die Ausbildung wird in aller Regel erfolgreich durchlaufen. Tipp von PiA3, um junge Berufseinsteiger für die Gastronomie zu begeistern: frühzeitig Verantwortung übergeben und durch ein Coaching begleiten.

Ein besonderes Plus für den Betrieb: Nach sechs Jahren „Smile Training“ hat sich herumgesprochen, dass eine Ausbildung im Atlantic Hotel besonders attraktiv ist, weil sich die Ausbilder um die Lehrlinge kümmern. Ergebnis: Einen Bewerbermangel gibt es aktuell nicht mehr. Selbst Abiturienten finden sich vermehrt unter den Azubis. Einfluss auf diesen positiven Wandel hat auch die enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen. Beispiel: die Gesamtschule Nordenham. Dort bringen engagierte Lehrkräfte für einen Betriebsbesuch interessierte SchülerInnen auf freiwilliger Basis zusammen, damit sie einen Tag in den Hotelbetrieb hinein schnuppern können. Bis zu 80 Praktikanten im Jahr zählt das Unternehmen, darunter auch Studierende, die nach einer beruflichen Perspektive suchen. Auszubildende machen bis zu 25 Prozent aller MitarbeiterInnen aus.

Damit das Smile-Training den ganzen Betrieb „mitnimmt“, erhalten ebenfalls die Personalverantwortlichen und Führungskräfte angepasste Schulungen. Von einem neuen monatlichen Angebot für gemischte Teams werden zukünftig alle bestehenden Abteilungen profitieren. 

Nach dem Vortrag wurden die Gäste aus der Wesermarsch mit einem Rundgang durch das Hotel geführt. Das Engagement im Betrieb richtet sich nicht nur auf eine intensive Personalarbeit für die 137 Beschäftigten. Zum Selbstverständnis des Hotels gehört das Ziel Nachhaltigkeit in seiner gesamten Breite zu leben. Dazu zählen eigene Bienenstöcke auf dem Hoteldach, der Bezug regionaler Produkte und das konsequente Vermeiden von Lebensmittelabfällen. Der bewusste Umgang mit Menschen und Umwelt bestimmt hier in beeindruckender Weise den umtriebigen Alltag. „Die jährliche Exkursion ist immer ein besonderer Programmpunkt bei „Erfolgreich am Markt“. Dass wir bei einem so herausragenden Hotelbetrieb zu Gast sein durften, war für uns und alle Gäste ein echtes Highlight“, freut sich Ingrid Marten, zuständig für die Organisation der Reihe bei der Wirtschaftsförderung.

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