Die Unternehmen sind wichtige Träger der Energiewende

Wasserstofftankstelle am Braker Hafen kommt - Aufruf für mehr Nutzer.

Brake. Im Mittelpunkt stand die Mobilität im gewerblichen Bereich und im Dienstleistungssektor – zum Beispiel für Lastwagen von Speditionen und für Busse im Öffentlichen Nahverkehr. In der Wesermarsch soll Wasserstoff zukünftig als universelle Energie für Mobilität sorgen, auch wenn sich die Gastgeber eine noch größere Resonanz gewünscht hätten: Knapp 40 Unternehmen, Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Personennahverkehr sowie Politiker ließen sich informieren.Landrat Stephan Siefken weiß: „Wasserstoff ist nicht nur seit der Energiekrise in aller Munde. Es geht darum, die Energiewende zu bewältigen. Dazu brauchen wir Unternehmen in der Wesermarsch.“ Speichermöglichkeiten für Wasserstoff gebe es – ein Vorteil für den Landkreis.

Darauf ging André Engbrecht von EWE Gasspeicher ein. Wasserstoff als innovatives Thema nehme bei der EWE große Priorität ein. Besonders im Norden, wo es Windparks und Fotovoltaikanalgen gebe – und große Logistikunternehmen, wo Wasserstoff eingesetzt werden könne. Denn: „In den Windparks fällt so viel Energie bei Wind an, dass die Netze sie nicht aufnehmen können.“ Die Energie könnte in Wasserstoff umgewandelt und gespeichert werden.

Das Energieunternehmen besitzt in Deutschland 38 Kavernen an vier Standorten, so in Huntorf. Dort wurde bereits ein kleiner Elektrolyseur – eine Anlage, die mit Hilfe von Wasser aus Strom Wasserstoff erzeugt – gebaut. Um die eigene Autoflotte mit Wasserstoff zu versorgen. Der gänzliche Umbau von Huntorf soll mit Fördermitteln erfolgen. "Denn ohne diese werde es nicht gehen", sagt André Engbrecht mit Blick auf die Kosten für Wasserstoff-Lkw. Ein Vergleich mit allen Kostenaspekten: Die Diesel-Sattelmaschine kostet gut 120.000 Euro, beim Wasserstoff-Typ sind es 400.000 Euro – weil es Einzelfahrzeuge seien. Gleichwohl: Sie zahlen keine Maut, keine Kfz-Steuer, sind in der Instandhaltung günstiger und werden gefördert: „Ab 2024/25 ergibt sich eine Kostenneutralität zwischen Diesel und Wasserstoff“, rechnet der H2-Experte vor.

Die Zukunft in Sicht - Wasserstoff wird bezahlbar, braucht aktuell aber zur Einführung noch eine Förderung.

Wie die nächste Generation von Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Lastwagen aussehen kann, stellte Manfred Kuchlmayr von der Firma Iveco/Nikola aus Ulm vor. 2024 sollen Brennstoffzellen-Fahrzeuge in Serie gehen, Anfang 2023 kommen Wasserstoff-Fahrzeuge in den Markt. „Wasserstoff wird nicht mehr so teuer bleiben wie jetzt“, ist er sich sicher.

Um Kosten geht es auch in Sachen H2-Tankstellen. Maik Bonholt von der Firma Noordtec aus Cloppenburg machte klar, dass solche Tankstellen mit Verdichter, Kühlung und Säulen „viel Platz“ benötigen. Und jede Tankstelle individuell ausgelegt werden müsse: „Betankungsszenarien müssen genau geklärt werden.“ Auf die Frage, was eine Tankstelle für 50 Lastwagen koste, antwortet er: „Ganz grob: 2,5 bis 3 Millionen Euro.“ Da kommt dann wieder die nötige Förderung ins Spiel.

Die ist übrigens für die Tankstelle am Braker Hafen gesichert: „Der Topf für Brake ist schon offen, die Fördergelder sind da. Wir wollen bauen. Aber irgendwer muss tanken“, stellte Referentin Dr. Lina von Fricken fest. Sie rechnet damit, in acht bis zehn Jahren im schwarzen Bereich zu liegen. Nicht nur sie wirbt für Wasserstoff, sondern auch Tobias Busch, Netzwerkmanager der Wirtschaftsförderung Wesermarsch betonte: „Wir benötigen Anwender, die vor Ort tanken.“ Er rief dazu auf, einen Themenkreis zur Wasserstoff-Mobilität in der Wesermarsch zu bilden.

Bildunterschrift: H2 zum Anfassen lieferte die Roadshow der EWE vor dem Gebäude der Landkreisverwaltung Wesermarsch. Ein Blick unter die Motorhaube zeigt, was vom fossilen Verbrennermotor noch übrigbleibt.

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