Koordinatorin für Migration und Teilhabe zieht positive Bilanz
Gemeinsam kochen, miteinander reden, neue Perspektiven kennenlernen: Rund 200 Menschen nutzten vom 28. September bis zum 2. Oktober die Angebote der Interkulturellen Woche in der Wesermarsch. Unter dem Motto „dafür!“ standen Offenheit, Respekt und demokratische Grundwerte im Mittelpunkt. Die Organisatorinnen und Organisatoren ziehen eine positive Bilanz.
Den Auftakt bildeten zwei Veranstaltungen: Beim Interkulturellen Abend des Refugiums Wesermarsch und des Bündnisses „Nordenham bleibt bunt“ in der Jahnhalle Nordenham kamen die Gäste bei Musik und Tanz zusammen. Auch Flucht und Vertreibung waren Gesprächsthemen. „Wer seine Heimat verlassen muss, lässt oft vieles Vertraute zurück. Der Abend hat gezeigt wie wichtig es ist, dass Menschen Unterstützung erhalten und das Gefühl vermittelt bekommen, willkommen zu sein“, berichtet Zeliha Aykanat, Beraterin und Vorstandsmitglied des Refugium Wesermarsch e.V.
Parallel sahen 25 Menschen im Centraltheater Brake den Dokumentarfilm „Das Deutsche Volk“ über die Hinterbliebenen des rassistischen Anschlags in Hanau und ihren Kampf um Gerechtigkeit. Anschließend tauschten sie sich mit Regisseur Marcin Wierzchowski aus.
Bei zwei Kochveranstaltungen des KVHS-Projekts MArTA (Migrantinnen – Arbeit – Teilhabe – Anerkennung) bereiteten 30 Frauen aus sieben Nationen gemeinsam unterschiedliche Gerichte zu. Dabei wurde viel erzählt und gelacht. „Die Aktion hat gezeigt, wie gut gemeinsames Kochen Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander verbinden, Begegnungen ermöglichen und Gemeinschaft fördern kann“, bilanziert Franziska Braun, Beraterin des Projektes MArTA. Ein vom Refugium organisierter Vortrag des Islamwissenschaftlers Jannik Veenhuis vermittelte Grundwissen über den Islam und ging dabei auch auf Kritik und gängige Vorurteile ein.
Der Poetry Slam „Jede Stimme zählt“ zur Langen Nacht der Demokratie füllte das Theater Fatale in Nordenham nahezu komplett. Slammerinnen – ausnahmslos Frauen – sprachen über Rassismus, Flucht und Zugehörigkeit, aber auch über Selbstbestimmung und Gleichberechtigung. Eingeladen hatten die Kreisvolkshochschule, die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Nordenham und des Landkreises sowie die Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe. Die Interkulturelle Woche endete mit einem Tag der offenen Tür im Refugium Wesermarsch.
„Zusammenfassend sind wir sehr zufrieden mit der Resonanz der Interkulturellen Woche“, resümiert Hannah Sophie Heldberg, Koordinatorin für Migration und Teilhabe beim Landkreis Wesermarsch. Besonders dankbar ist sie allen Menschen, die das vielfältige Programm mit ihrem Engagement ermöglicht und getragen haben. Für das kommende Jahr wünschen sich die Organisatorinnen und Organisatoren noch mehr Zuspruch. „Wir wünschen uns, dass mehr Menschen bereit sind, neue Perspektiven einzunehmen und dem ‚dagegen‘ mit einem ‚dafür‘ zu begegnen“, so Heldberg.

