Kreisvolkshochschule erweitert ihre Struktur / Kreisrätin weist Vorwürfe zurück
In einem Pressegespräch hat der Vorstand der Musikschule gestern (28.08.) die Öffentlichkeit über eine beantragte Insolvenz des Vereins informiert. Hierzu erklärt Kreisrätin Maren Würger:
„Wir bedauern, erst zu diesem Zeitpunkt und über Dritte von der Beantragung eines Insolvenzverfahrens erfahren zu haben. Als Mitglied der Vorstandschaft hätte der Landkreis deutlich früher und direkt eingebunden werden müssen.
Die Musikschule war viele Jahre ein wichtiger Teil des kulturellen Bildungsangebots in der Wesermarsch. Ihr Mittelbedarf ist über Jahre hinweg gestiegen. Der Verein erhielt in 2024 neben den bewilligten Mitteln sogar einen Sonderzuschuss durch den Kreistag als gewählte politische Vertretung, unter der Bedingung, ein Konzept zur tragfähigen Zukunftsentwicklung der Musikschule vorzulegen. Hintergrund dafür war, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den letzten Jahren stark rückläufig war – insbesondere im Bereich der Kinder und Jugendlichen – und die Musikschule zudem nicht optimal aufgestellt war. Leider konnte Politik und Musikschule hierzu kein Einvernehmen erzielen. Zuletzt beantragte der Musikschulverein im Juni weitere Finanzmittel. Die Politik konnte diesem Antrag jedoch in der vorgelegten Form angesichts verschiedener Unklarheiten zum eigentlich geplanten Ergebnis der Musikschule nicht zustimmen. Mit Blick auf die Finanzlage des Landkreises und die Höhe der Zuwendungen an andere Vereine zum Vergleich ist diese Entscheidung nachvollziehbar. Die Kreisverwaltung ist an die Beschlüsse des Kreistags gebunden.
Dem Landkreis war und ist es ein wichtiges Anliegen, musikalische Angebote zu erhalten. Denn alle Beteiligten wissen um die hohe Bedeutung der musikalischen Förderung und Erziehung. Die Gewährung von sechsstelligen Zuschüssen muss auch mit einem Mitspracherecht in der Ausrichtung dieser Angebote verknüpft sein. Bereits vor über einem Jahr hat die Landkreisverwaltung gemeinsam mit der Politik aufgrund der finanziellen Situation tragfähige Lösungsansätze unter dem Dach der Tochtergesellschaft des Landkreises, der Kreisvolkshochschule, vorgeschlagen. Diese Möglichkeit wurde seitens der Musikschule nicht genutzt – mit den heute öffentlich bekannt gewordenen Konsequenzen. Das seinerzeit entwickelte Konzept stand nicht in Konkurrenz zu den Angeboten der Musikschule.
Der Landkreis verfolgt das Ziel, das Konzept in der KVHS weiter umzusetzen: Es gibt ein aufwachsendes Angebot für die gesamte Wesermarsch, das niedrigschwellig ist und insbesondere Kinder und Jugendliche erreichen soll. Dies wird auch durch den Landesverband niedersächsischer Musikschulen befürwortet. Wir sind zuversichtlich, mit der verlässlichen und kreisweit gut aufgestellten Struktur der KVHS auch künftig gute Musikangebote anbieten zu können.“

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Der Landkreis Wesermarsch wird ein musikalisches Angebot auch nach einer eventuellen Insolvenz der Musikschule erhalten.
