Vortrag in Kreisbibliothek zu Alkoholkonsum
Sekt zum Geburtstag, Bier zum Feierabend, ein Glas Wein zum Essen – Alkoholkonsum ist in Deutschland weit verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert. Doch was passiert, wenn es nicht beim gelegentlichen Glas bleibt? Fragen danach, wie viel Alkohol noch als unbedenklich gilt, ab wann Konsum riskant wird und welche besonderen Auswirkungen Alkohol auf Frauen hat, stehen zunehmend im Fokus öffentlicher Diskussionen. Sie bilden auch den thematischen Rahmen für einen Vortrag von Alexandra Niehaus. Die 42-jährige Mutter ist Teil des Teams hinter dem Onlineangebot „Ohne Alkohol mit Nathalie“.
„Der Alkoholkonsum von Frauen nähert sich in Deutschland dem von Männern an“, weiß Maren Ozanna, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Wesermarsch. „Die Gründe dafür sind vielfältig, doch die potenziellen Folgen für die Gesundheit drastisch.“
Alkohol ist ein Zellgift, das sich über den Blutkreislauf im gesamten Körper verteilt und Organe schädigen kann. Jeder gewohnheitsmäßige Konsum birgt Risiken und wirkt sich nachteilig auf die Gesundheit aus. Insgesamt erhöht Alkohol das Risiko für über 200 Erkrankungen. Weithin bekannt ist, dass die Leber geschädigt werden kann. Auch das Gehirn ist besonders gefährdet. Zunächst leiden Gedächtnis und Konzentrationsvermögen sowie die Kritik- und Urteilsfähigkeit, später kann es zu einer völligen geistigen Einschränkung kommen. Weitere Risiken betreffen die Bauchspeicheldrüse, den Magen und den Darm, die sich entzünden können. Zudem erhöht sich das Krebsrisiko, unter anderem für Leber, Darm, Mund- und Rachenraum, Kehlkopf und Speiseröhre. Bei Frauen ist zudem das Risiko für Brustkrebs erhöht, körperliche und psychische Folgen treten zudem häufig schneller auf als bei Männern. Das liegt unter anderem am unterschiedlichen Körperbau: Frauen haben im Verhältnis einen höheren Fettanteil und einen geringeren Wasserverteilungsraum. Zudem ist ihre Leber meist kleiner und baut Alkohol langsamer ab.
Ein Leben ohne Alkohol erschien auch Alexandra Niehaus lange Zeit unmöglich und freudlos. Alle anderen tranken schließlich auch. Sie funktionierte im Alltag, arbeitete und trieb Sport. Sechs Jahre nach ihrem letzten Alkoholkonsum zieht sie eine klare Bilanz: Der Verzicht auf Alkohol hat ihr Leben nicht eingeschränkt, sondern bereichert. Anstelle von Verzicht erlebte sie Freiheit, Selbstbestimmtheit und echtes Glück. „Klarer Kopf, gesunder Körper und echte Gefühle – wie ein Leben ohne Alkohol zu meinem persönlichen Jackpot wurde!“ fasst sie ihre Erfahrung zusammen.
In ihrem Vortrag berichtet Alexandra Niehaus ehrlich und nahbar über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse. Sie erzählt, wie ihr Leben heute ohne Alkohol aussieht und was das Beste daran ist. Im Anschluss findet eine offene Fragerunde statt.
Anne Humboldt, Leiterin der Kreisbibliothek und eine der Mitorganisatorinnen der Veranstaltung, unterstreicht die persönliche Relevanz des Themas: „Anfang 2025 habe ich beschlossen, ein Jahr lang keinen Alkohol zu trinken. Im Laufe des Jahres hat sich ein Schleier gelüftet, von dem ich überhaupt nicht wusste, dass er da war. Ich bin gespannt auf den Vortrag und freue mich darauf, mit anderen über das Thema ins Gespräch zu kommen.“
Der Vortrag findet am Dienstag, dem 20. Januar 2026 um 18:30 Uhr in der Georg-von-der-Vring-Bibliothek (Kreisbibliothek) in Brake statt. Der Eintritt ist frei. Um die Planung zu erleichtern, wird um vorherige Anmeldung unter der Telefonnummer 04401 927-366 oder per E-Mail gebeten.

