„Schule der Zukunft“ steht im Mittelpunkt der Veranstaltung in der Markthalle Rodenkirchen
Mit mehr als 200 geladenen Gästen ist der Landkreis Wesermarsch am Samstag (24.01.) bei seinem Neujahrsempfang in der Markthalle Rodenkirchen ins neue Jahr gestartet. Neben der Rede des Landrats, vielen Begegnungen und Gesprächen stand eine Podiumsdiskussion im Mittelpunkt – diesmal unter der Überschrift „Schule der Zukunft“.
Landrat Stephan Siefken machte gleich zu Beginn deutlich: „Der Neujahrsempfang ist mehr als ein freundliches Wiedersehen zum Jahresauftakt. Er ist ein Treffpunkt für Menschen aus der ganzen Wesermarsch, um Kontakte zu pflegen und um das Wir-Gefühl zu stärken.“ Nach dem wirtschaftlichen Schwerpunkt im Vorjahr rückte diesmal die Schullandschaft in der Wesermarsch in den Fokus. „Schule der Zukunft“ bedeute nicht nur WLAN, Tablets und Künstliche Intelligenz, so der Landrat. Mindestens genauso wichtig seien Werte, die in der weltweiten Politik verloren gehen: Stabilität, Verlässlichkeit und Fairness.
Angesichts globaler Krisen und politischer Umbrüche erinnerte der Landrat daran, wie wertvoll demokratische Spielregeln sind – gerade auf kommunaler Ebene. In der Wesermarsch werde gestritten, diskutiert und gerungen, aber nach klaren Regeln und mit dem gemeinsamen Ziel, Lösungen für die Menschen vor Ort zu finden. Das sei keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Stärke des Landkreises.
In seiner Rede schlug er die Brücke vom politischen Geschehen zur „Schule der Zukunft“. Neben moderner Ausstattung gehe es vor allem darum, junge Menschen stark zu machen: kritisch denken, zuhören, argumentieren, Verantwortung übernehmen. Schule müsse mehr leisten als reine Wissensvermittlung und junge Menschen auf eine komplexer gewordene Welt vorbereiten.
Als Schulträger der weiterführenden Schulen trägt der Landkreis dafür eine besondere Verantwortung. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, wie viele Akteurinnen und Akteure heute an Schule beteiligt sind und welche Investitionen trotz knapper Kassen notwendig bleiben, um Bildung zukunftsfähig zu gestalten. Unter der Moderation von Journalist Norbert Hartfil diskutierten Sönke Ehmen (Leiter Louis-Koopmann-Oberschule Berne), Silvia Warns (Leiterin Gymnasium Brake), Lars Otten (Leiter BBS Wesermarsch), Sabine Sondermann (Bildungsregion, Landkreis), Sven Jochims (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft) und Matthias Wenholt (Erster Kreisrat) über notwendige Investitionen in die Schulinfrastruktur und die Netzwerkarbeit von Schulen, um Kinder und Jugendliche auf das Berufsleben oder das Studium vorzubereiten.
Auch der Blick auf das Jahr 2026 kam nicht zu kurz: Mit den anstehenden Kommunalwahlen im September rief der Landrat dazu auf, Demokratie aktiv mitzugestalten. Demokratie sei keine Zuschauertribüne, sondern das Spielfeld – und jede Stimme zähle.
Zum Abschluss blickte der Landrat in seiner Rede auf die großen Aufgaben des Landkreises: von der angespannten Finanzlage über Breitband- und Glasfaserausbau, medizinische Versorgung, Klimaschutz bis hin zu neuen interkommunalen Projekten zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Die Herausforderungen seien groß – der Wille, sie gemeinsam anzugehen, aber ebenso.
Sein Fazit: Die Wesermarsch hat gute Voraussetzungen für die Zukunft – mit engagierten Menschen, starken Schulen und dem festen Fundament aus Stabilität und Verlässlichkeit.
Das leibliche Wohl der Gäste stellten wieder die Küchenbullen der Kreisfeuerwehr mit einer Erbsensuppe sicher; für die musikalische Untermalung sorgte die Musikerin Melina Röben (Meloolina).

