Museumsverbund Wesermarsch feiert 20-jähriges Bestehen
Der Museumsverbund Wesermarsch feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass kamen am Montag Vertreterinnen und Vertreter des Zusammenschlusses im Kreishaus in Brake zusammen. „Seit seiner Gründung steht der Verbund für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Ziel, die Museumskultur in der Wesermarsch zu stärken, weiterzuentwickeln und zukunftsfähig aufzustellen“, lobte Landrat Stephan Siefken die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Häuser.
Grundlage der erfolgreichen Kooperation ist die Museumskonzeption für den Landkreis Wesermarsch aus dem Jahr 2004. Auf dieser Basis haben sich am 26. April 2006 in einer konstituierenden Sitzung sechs öffentliche Museen der Region zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, das bis heute Maßstäbe setzt: das Handwerksmuseum Ovelgönne, das Künstlerhaus Jan Oeltjen in Jade, das Museum Moorseer Mühle in Nordenham, das Museum Nordenham, das Nationalpark-Haus Museum Fedderwardersiel sowie das Schiffahrtsmuseum Unterweser.
Die Häuser arbeiten seither eng zusammen, bleiben dabei jedoch in ihrer Eigenständigkeit vollständig erhalten. Die Kooperation im Museumsverbund ist breit angelegt und umfasst zentrale Bereiche der täglichen Museumsarbeit: So findet ein regelmäßiger fachlicher Austausch zwischen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern statt, der die gegenseitige Unterstützung in inhaltlichen Fragen ebenso einschließt wie die Bündelung personeller Ressourcen für gemeinsame Projekte. Auch im Umgang mit Sachmitteln arbeiten die Museen eng zusammen, etwa durch die gemeinsame Nutzung von Geräten, Räumlichkeiten und Software sowie durch eine abgestimmte Inventarisierung, die den Zugriff auf Datenbanken erleichtert. Darüber hinaus werden museumspädagogische Strategien gemeinsam entwickelt, um die Bildungsarbeit kontinuierlich zu verbessern und zielgruppengerecht auszubauen – so beispielsweise in der Kooperation mit den Schulen im Landkreis Wesermarsch. Allein im vergangenen Jahr beteiligten sich 19 Schulen mit 1.060 Kindern und Jugendlichen aus insgesamt 60 Klassen an den Museumstagen, die jährlich stattfinden. Seit 2007 haben 20.751 Kinder bei dieser Aktion ein Museum in der Wesermarsch besuchen können. Nicht zuletzt sorgt ein koordiniertes Marketing mit gemeinsamen Auftritten und abgestimmten Werbekonzepten für eine größere Sichtbarkeit der Museen und ihrer Angebote.
Mit Blick auf die Zukunft soll die Zusammenarbeit weiter intensiviert werden. Aktuellstes Projekt ist die Neuauflage der beliebten Entdeckerhefte, welche Kindern und Jugendlichen von acht bis zwölf Jahren mit Rätseln und Quizfragen auf anschauliche Weise die inhaltlichen Schwerpunkte der Ausstellungen vermitteln. Für jedes Haus wurde der Museumsführer individuell entwickelt, um die Themen und den Charakter des jeweiligen Museums auf interessante Weise zu erläutern. Diese sind ab sofort in den Museen des Museumsverbund Wesermarsch erhältlich.
Ziel bleibt es, die kulturelle Landschaft der Wesermarsch aktiv zu gestalten und neue Impulse für eine moderne, lebendige Museumsarbeit zu setzen. „Der Museumsverbund ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit Synergien schafft und die Qualität kultureller Angebote nachhaltig verbessert“, betonte Stephan Siefken abschließend.
Foto: Wesermarsch/Meister
Landrat Stephan Siefken (r.) empfing am Montag Vertreterinnen und Vertreter von sechs Museen anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Museumsverbundes Wesermarsch. Von links: Arman Dzaferagic (Handwerksmuseum Ovelgönne), Gesche Neumann (Museum Moorseer Mühle), Björn Thümler (Beirat Verbund der Museen in der Wesermarsch), Dr. Christine Keitsch (Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser), Rudi Schulenberg (Beirat Verbund der Museen in der Wesermarsch), Ina Korter (Beirat Verbund der Museen in der Wesermarsch), Dr. Anika Seyfferth (Nationalparkhaus Museum Fedderwardersiel), Dr. Lars Kröger (Museum Nordenham), Monika Wessels (Fachdienst Schulen, Kultur u. Sport).

