Umweltausschuss befasste sich mit dem Transformationsprozess „Ipweger Moor“
Der Landkreis Wesermarsch treibt eines der bedeutendsten Moor- und Klimaschutzvorhaben der Region weiter voran: Im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft des Kreistages ist jetzt der aktuelle Stand des Projekts „Transformationsprozess Ipweger Moor – TIMo“ vorgestellt worden. Ziel ist es, bis zum Ende des Förderaufrufes am 30. Juni 2026 eine Projektskizze im Rahmen der ANK-Förderrichtlinie „Palu“ einzureichen und das Ipweger Moor als bundesweite Leuchtturmregion zu positionieren.
„Wir stehen vor der großen Aufgabe, Klimaschutz, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Biodiversität zusammenzuführen“, sagt Matthias Wenholt, Dezernent und Erster Kreisrat. „TIMo ist genau dieser Ansatz: kooperativ, sozialverträglich und mit dem klaren Ziel, für das Ipweger Moor eine tragfähige Zukunftsperspektive zu entwickeln.“
Das Ipweger Moor zählt mit einer Gesamtausdehnung von rund 8.400 Hektar zu den größten Moorgebieten Nordwestdeutschlands. Allein im Landkreis Wesermarsch umfasst die Kulisse rund 5.500 Hektar, davon werden etwa 5.100 Hektar landwirtschaftlich genutzt. Damit erfüllt das Gebiet die Voraussetzungen, um im Rahmen der neuen Förderrichtlinie als Leuchtturmregion in Betracht zu kommen. Für solche großräumigen Moorgebiete ist eine modulübergreifende Förderung über einen Zeitraum von bis zu 13 Jahren möglich.
Die im April veröffentlichte Förderrichtlinie „Palu“ des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz unterstützt Maßnahmen zur dauerhaften und weitgehenden Wiedervernässung land- und forstwirtschaftlich genutzter Moorböden. Gefördert werden unter anderem Beratungsleistungen, Untersuchungen und Planungen zum Wassermanagement, Kompensation und Wertausgleich sowie Maßnahmen für eine angepasste land- und forstwirtschaftliche Nutzung wiedervernässter Flächen.
Entwässerte Moorböden gehören bundesweit zu den erheblichen Quellen von Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig prägen sie seit Jahrzehnten die Kulturlandschaft und die landwirtschaftliche Wertschöpfung in der Wesermarsch. Deshalb setzt der Landkreis nicht auf ordnungsrechtliche Vorgaben von oben, sondern auf einen gemeinsamen Transformationsprozess mit den Akteuren vor Ort. Ein zentrales Instrument soll dabei die vereinfachte Flurbereinigung sein. Sie kann helfen, Nutzungskonflikte sozialverträglich zu entflechten, Flächen neu zu ordnen und langfristig verlässliche Strukturen für die landwirtschaftlichen Betriebe zu schaffen, die zugleich Klima- und Naturschutzziele berücksichtigen. Bei Öffentlichkeitsveranstaltungen mit Eigentümerinnen, Eigentümern sowie Nutzerinnen und Nutzern war bereits ein positives Votum für das Vorverfahren zur Flurbereinigung im Ipweger Moor erreicht worden.
Getragen wird der Prozess von einem breiten regionalen Bündnis. Neben dem Landkreis Wesermarsch arbeiten unter anderem das Amt für regionale Landesentwicklung, das Niedersächsische Koordinierungszentrum Moorbodenschutz, der NLWKN, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Niedersächsischen Landesforsten, der Kreislandvolkverband Wesermarsch, das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen, der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände und der BUND mit. Wegen der grenzübergreifenden Lage des Moorgebietes werden auch der Landkreis Ammerland und die Stadt Oldenburg in die Abstimmungen einbezogen.
In den kommenden Wochen sollen Leitbild, Kostenkalkulation, Kartenmaterial und Antragsunterlagen weiter konkretisiert werden. Da grundlegende Förderbedingungen erst im Mai veröffentlicht wurden, sind noch fachliche Abstimmungen notwendig. Der Ausschuss sprach sich aber einstimmig dafür aus, dass der Landkreis in der ersten Antragsstufe eine Projektskizze beim Bundesministerium einreicht, um sich die Chance zu wahren, dass Ipweger Moor zum Leuchtturm in Sachen Moorentwicklung nach der Palu-Richtlinie zu machen. Nach einer möglichen positiven Rückmeldung zur Projektskizze würden die politischen Gremien des Landkreises vor Einreichung eines Vollantrags erneut beteiligt.
„Mit TIMo wollen wir zeigen, dass eine zukunftsfähige Landwirtschaft und Moorschutz gemeinsam gelingen können“, betont Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch. „Das Ipweger Moor kann zu einem Modell dafür werden, wie landwirtschaftliche Nutzung und Klimaschutz im ländlichen Raum praktisch, partnerschaftlich und wirtschaftlich verantwortbar zusammengebracht werden.“
STADTRADELN
Mit seinem internationalen Wettbewerb Stadtradeln lädt Klima-Bündnis Services alle Bürgerinnen, Bürger und Mitglieder der Kommunalparlamente ein, in die Pedale zu treten und ein Zeichen für verstärkte Radverkehrsförderung zu setzen. In Teams sollen sie an 21 zusammenhängenden Tagen zwischen Mai und September möglichst viele Fahrradkilometer für ihre Kommune sammeln. Die Kampagne will für das Radfahren im Alltag sensibilisieren sowie die Themen Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung stärker in die kommunalen Parlamente einbringen. Mit der Meldeplattform RADar! und dem Projekt RiDE – Radverkehr in Deutschland, das wissenschaftlich aufbereitete Radverkehrsdaten den Teilnehmerkommunen bereitstellt, beinhaltet die Kampagne zudem zwei Elemente, mit denen die Radinfrastruktur ganz konkret und unter Einbeziehung der Menschen verbessert werden kann.
www.stadtradeln.de
DAS KLIMA-BÜNDNIS
Seit mehr als 30 Jahren setzen sich die Mitgliedskommunen des Klima-Bündnisses partnerschaftlich mit ihren indigenen Partnern der Regenwälder für das Weltklima ein. Mit rund 2.000 Mitgliedern aus mehr als 25 europäischen Ländern ist das Klima-Bündnis das weltweit größte Städtenetzwerk Europas, das sich für einen umfassenden und gerechten Klimaschutz einsetzt. Da sich unser Lebensstil direkt auf besonders bedrohte Völker und Orte dieser Erde auswirkt, verbindet das Klima-Bündnis lokales Handeln mit globaler Verantwortung. Klima-Bündnis Services ergänzt die Organisationsstruktur des Klima-Bündnis und bündelt Beratungsangebote, Kampagnen und Dienstleistungen zur Datenerhebung für die Umsetzung lokaler Klimaschutzmaßnahmen, wie die STADTRADELN-Kampagne, den Klimaschutz-Planer oder das ESG-Cockpit. klimabuendnis-services.org und das einzige, das konkrete Ziele setzt: Jede Klima-Bündnis-Kommune hat sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Da sich unser Lebensstil direkt auf besonders bedrohte Völker und Orte dieser Erde auswirkt, verbindet das Klima-Bündnis lokales Handeln mit globaler Verantwortung.
www.klimabuendnis.org
Stadtradeln ist eine internationale Kampagne des Klima-Bündnis und wird von den Partnern Ortlieb, linexo by WERTGARANTIE, QiO, ABUS, Busch + Müller, Schwalbe sowie WSM unterstützt.

