Volker Blohm verabschiedet sich nach fast fünf Jahrzehnten beruflicher Tätigkeit

Gesetzesreformen, Verwaltungsmodernisierung, Krisenlagen und unzählige Entscheidungen, die das Leben vieler Menschen unmittelbar berühren – wer wie Volker Blohm fast fünf Jahrzehnte im Berufsleben stand, hat viel erlebt. Nach genau 48 Berufsjahren verabschiedet sich der Leiter des Gesundheitsamts des Landkreises Wesermarsch zum Monatsende in den Ruhestand.

Mit dem 65-Jährigen verlässt eine Führungspersönlichkeit die Kreisverwaltung, die über Jahrzehnte zahlreiche Aufgabenbereiche geprägt hat. Seinen beruflichen Weg in der Kreisverwaltung begann der gebürtige Braker im Jahr 1978 mit einer Ausbildung zum Verwaltungsangestellten. Nach Stationen im Ordnungsamt, Bauordnungsamt, Haupt- und Personalamt sowie im Gesundheitsamt absolvierte er die Laufbahnausbildung für den gehobenen Dienst und arbeitete sich bis zum Kreisverwaltungsrat empor.

Besonders prägend war seine Zeit im Rettungsdienst. Zwischen 1996 und 2008 verantwortete er dessen Neuaufstellung und Weiterentwicklung. In diese Jahre fielen wichtige strukturelle Entscheidungen für die Notfallrettung in der Wesermarsch, darunter auch der Bau der Rettungswache in Nordenham. Viele heute selbstverständliche Standards gehen auf Entwicklungen zurück, die in dieser Zeit angestoßen wurden.

Eine ebenfalls große Herausforderung sollte Jahre später folgen: Als Leiter des Gesundheitsamts stand Volker Blohm während der Corona-Pandemie vor der vielleicht anspruchsvollsten Aufgabe seiner Laufbahn. Über einen langen Zeitraum war das Gesundheitsamt Dreh- und Angelpunkt der Pandemiebekämpfung im Landkreis. Kontaktverfolgung, Quarantäneanordnungen, Impfkampagnen und ständig wechselnde rechtliche Vorgaben bestimmten den Alltag. Gemeinsam mit seinem Team steuerte Blohm die Behörde durch eine Ausnahmesituation, die Verwaltung, Politik und Gesellschaft gleichermaßen forderte.

Landrat Stephan Siefken würdigt die Verdienste des scheidenden Fachdienstleiters: „Volker Blohm hat über Jahrzehnte Verantwortung übernommen und den Landkreis Wesermarsch in unterschiedlichsten Funktionen mitgestaltet. Dabei konnten wir uns auf seine Erfahrung, seine Entscheidungsfreude und seine klare Haltung verlassen. Dafür danken wir ihm sehr herzlich.“

Und welchen Rat gibt jemand, der auf 48 Berufsjahre zurückblicken kann, den jüngeren Generationen mit auf den Weg? Die Antwort fällt „typisch Blohm“ aus: „Man sollte entscheidungsfreudig sein und keine Scheu davor haben, Verantwortung zu übernehmen.“

Foto: Landkreis Wesermarsch / Meister

Volker Blohm vor dem Gesundheitsamt in Brake. Nach 48 Berufsjahren beginnt für ihn mit dem Ruhestand ein neuer Lebensabschnitt.