Gelungener Auftakt für „Alle an einem Tisch“
Wie können Unterstützungsbedarfe bei kleinen Kindern früher erkannt und Familien schneller erreicht werden? Rund 30 Fachkräfte aus Medizin, Jugendhilfe, Beratung, Frühförderung und Kindertagesbetreuung haben darüber bei der Auftaktveranstaltung „Alle an einem Tisch“ im Kreishaus in Brake beraten. Im Mittelpunkt stand die Frage, was Schwangere und Familien mit Kindern unter zwei Jahren benötigen, wenn sich früh ein besonderer Unterstützungsbedarf abzeichnet.
„Wir haben eine Menge positives Feedback erhalten“, sagt Kerstin Kreikenbohm, Netzwerk-Koordinatorin Frühe Hilfen & Kinderschutz im Landkreis Wesermarsch. „Dazu viel Beteiligung aus verschiedenen Gebieten – und alle an einem Tisch! So haben wir es uns gewünscht.“
Eingeladen hatte ein Aktionskreis des Qualitätszirkels „Netzwerke Frühe Hilfen“. Zwei Stunden lang tauschten sich unter anderem Hebammen, Ärztinnen und Ärzte, Fachkräfte aus Frühförderung und Psychologie, Kindertagesbetreuung, Beratungsstellen sowie Gesundheits- und Jugendhilfe aus. Gerade diese unterschiedlichen fachlichen Perspektiven machten deutlich, wie wichtig ein enger Austausch zwischen den beteiligten Stellen ist.
„‚So ein Forum fehlte bisher‘, das haben wir öfter gehört. Wir haben offensichtlich einen Nerv getroffen“, berichtet Kerstin Kreikenbohm.
Die Herausforderungen sind vielfältig: Wartezeiten auf diagnostische Verfahren können lang, Wege zu Fachärztinnen und Fachärzten weit sein. Eltern benötigen mitunter selbst Unterstützung dabei, Auffälligkeiten einzuordnen und passende Hilfen in Anspruch zu nehmen. Wird ein Förderbedarf erst spät erkannt, können wertvolle Zeit und Unterstützungsmöglichkeiten verloren gehen.
Zusätzliche Fachkräfte und kürzere Wartezeiten lassen sich nicht kurzfristig schaffen. Umso wichtiger ist es nach Einschätzung der Beteiligten, vorhandene Angebote besser miteinander zu verknüpfen. Fachkräfte sollen voneinander wissen, Zuständigkeiten kennen und Familien bei Bedarf möglichst schnell an die passende Stelle weiterleiten können.
Genau hier setzt „Alle an einem Tisch“ an. Die Auftaktveranstaltung zeigte, dass der Bedarf für einen solchen fachübergreifenden Austausch groß ist. Das Format soll im kommenden Jahr fortgesetzt und für weitere interessierte Fachkräfte geöffnet werden.
Foto: Landkreis/Kreikenbohm
Der Austausch der Fachleute stand im Mittelpunkt bei „Alle an einem Tisch“.
Foto: Landkreis/Kreikenbohm
Der Große Sitzungssaal im Kreishaus war Ort des Treffens.
Foto: Landkreis/Kreikenbohm
Oscar-Vibes bei „Alle an einem Tisch“ (v. l. n. r.): Die Organisatorinnen (hinten) Frauke Nahrstedt, Susanne Rehbock-Roolfs, Sanja Blanke, (vorne) Kerstin Kreikenbohm und Frauke Pohl.



