Geschäfte verkaufen Alkohol, Tabak oder Vapes an Jugendlichen
Wenig erfreuliche Ergebnisse in der Wesermarsch: In der zweiten Runde von Testkäufen zur Kontrolle der Einhaltung des Jugendschutzes in Nordenham in diesem Jahr behielt lediglich eines der vier kontrollierten Geschäfte eine weiße Weste. In den drei anderen konnte der im Auftrag von Kreisjugendpflege und Polizei tätige jugendliche Testkäufer Alkohol, Tabakwaren oder Vapes erwerben.
„Wir mussten leider ein Bußgeld sowie zwei schriftliche Verwarnungen, eine davon mit Verwarngeld, ausstellen“, bedauert Kreisjugendpflegerin Susanne Benissan das Resultat der Testkäufe.
Das Ergebnis fiel damit auch deutlich schlechter aus als während der Testkäufe im Januar dieses Jahres. Damals wurden in Nordenham fünf Verkaufsstellen geprüft, in denen dem Jugendlichen keine altersunangemessenen Substanzen ausgehändigt wurden. Susanne Benissan, die für die Kontrollen eng mit der örtlichen Polizei zusammenarbeitet, betont: „Jugendschutz ist kein Nice-to-have und der Verkauf von Alkohol, Tabak und Vapes an Minderjährige kein Kavaliersdelikt. Wir werden daher weiterhin in engen Abständen stichprobenartig kontrollieren.“
Besonders positiv tat sich bei den Kontrollen in dieser Woche der Markant-Markt Ralf Jens hervor. Der jugendliche Testkäufer verließ hier mit leeren Händen das Geschäft. Beim anschließenden Gespräch zwischen Kreisjugendpflege, Polizei, Inhaberin Ute Jens und der aufmerksamen Kassiererin teilte die Chefin mit, dass sie und ihr Mann einen Dienstleister engagiert hätten, der unangekündigt Testkäufe durchführe und so die Einhaltung des Jugendschutzes kontrolliere.
„Das ist vorbildlich“, lobt Susanne Benissan, die mit der Gesamtbilanz der bisherigen Testkäufe nicht unzufrieden ist. „Dass es in der zweiten Runde zu Verstößen kommen kann, wurde in Betracht gezogen; es bestand jedoch die Hoffnung, keine festzustellen. Wir sind diesmal konkreten Hinweisen nachgegangen. Doch insgesamt wurde sechsmal der Jugendschutz gewahrt. Wir arbeiten daran, dass die positiven Beispiele mehr werden.“

