EWE prüft Flächen an der künftigen A20 / Projekt befindet sich in früher Phase
In Nordenham könnte in den kommenden Jahren ein großer Elektrolyseur zur Erzeugung von grünem Wasserstoff entstehen. Der Energieversorger EWE untersucht dafür geeignete Flächen. Der Landkreis Wesermarsch und die Stadt Nordenham begleiten das Vorhaben. Aktuell befindet sich das Projekt noch in einer frühen Phase: Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie sowie weiteren Voruntersuchungen wird derzeit geprüft, wie und unter welchen Bedingungen eine Umsetzung möglich ist.
Der bevorzugte Standort bietet grundsätzlich sehr gute Voraussetzungen: Er liegt direkt an der geplanten Trasse der Autobahn A20, in unmittelbarer Nähe zum künftigen Wasserstoffkernnetz sowie an einem zentralen Energieknotenpunkt. In räumlicher Nähe entsteht aktuell ein neues Umspannwerk des Übertragungsnetzbetreibers TenneT auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Unterweser.
Das Projekt ist ein möglicher Beitrag zur Initiative „Net Zero Nordwest Deutschland“. Diese Initiative wird getragen von mehreren Landkreisen, Städten und Institutionen und hat zum Ziel, die Region als Modellstandort für klimaneutrale Industrie zu entwickeln. Große Wasserstoffprojekte können hierfür eine wichtige Rolle spielen – vorausgesetzt, sie sind wirtschaftlich, technisch und ökologisch tragfähig. Dabei werden von Beginn an sämtliche relevanten Umweltbelange berücksichtigt.
„Neben der Anlage zur Wasserstoffspeicherung in Huntorf könnte in Nordenham durch die EWE ein weiterer wichtiger Baustein für die Wasserstoffwirtschaft im Nordwesten geschaffen werden“, erklärt Landrat Stephan Siefken. Er ist sicher: „Die Wesermarsch wird an der Umsetzung der Energiewende partizipieren. Unsere Region hat die Chance, eine zentrale Rolle zu übernehmen – hierfür Bedarf es nun weiterer sorgfältiger Planungen, klarer Rahmenbedingungen und konstruktiver Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und den Unternehmen.“
Der EWE-Konzern intensiviert derzeit die Planungen für den Standort in Nordenham. „Wir sehen hier hervorragende Voraussetzungen für ein Projekt mit überregionaler Bedeutung. Klar ist aber auch, dass sich dieses Projekt nur im engen Schulterschluss zwischen Landkreis, Stadt, EWE und vielen weiteren Akteuren erfolgreich umsetzen lassen wird“, sagt Alexander Malchus, Projektleiter der EWE HYDROGEN GmbH.
Ein wichtiger Schritt war die frühzeitige Sondierung geeigneter Flächen und die aktive Begleitung des Landkreises und der Stadt Nordenham. „Ich danke dem Landkreis Wesermarsch und der Stadt Nordenham ausdrücklich für die konstruktive Unterstützung von Anfang an“, sagt Malchus. „So konnten wir die Standortfrage klären und die Grundlage für die weiteren Prüfungen und Planungen schaffen.“
Mit dem möglichen Projekt verbindet EWE das Ziel, die regionale Wertschöpfung zu stärken und neue Perspektiven für Industrie und Mittelstand zu eröffnen – sofern die weiteren Untersuchungen zu einem positiven Ergebnis führen.
„Die Energiewende ist für uns auch eine wirtschaftliche Chance“, betont Landrat Siefken. „Wenn die Voraussetzungen stimmen, können hier neue Arbeitsplätze und nachhaltige Wertschöpfung entstehen.“ Weitere Details zum Projekt werden im Zuge der laufenden Untersuchungen und Planungen bekannt gegeben.

