Schutz von Pflegebedürftigen steht im Fokus / Kinderkino, Vorträge und Workshops
Wenn der Strom länger ausfällt, geraten Pflegebedürftige schnell in Not. Wichtige Medikamente können nicht gekühlt werden, Beatmungsgeräte funktionieren nur für eine gewisse Zeit, Fahrstühle und das Telefon fallen aus. Wie Betroffene und Angehörige vorsorgen können, wird beim Hochwasserschutztag gezeigt, der am Samstag, 27. Juni, von 10 bis 17 Uhr in Brake stattfindet. Besucherinnen und Besucher erwartet an der Kaje und auf dem Gelände des OOWV (Georgstraße 4) ein abwechslungsreiches Programm mit einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion, Vorträgen und Workshops. Zudem gibt es ein gastronomisches Angebot und Kinderkino.
„Die Vorsorge für den Katastrophenfall ist kein leichtes Thema – und doch müssen wir uns damit auseinandersetzen, weil Blackouts und Überflutungen ein reales Risiko darstellen. Mit dem Hochwasserschutztag wollen wir ein Angebot machen und nützliches Wissen mit Unterhaltung verbinden“, erklärt der Erste Kreisrat Matthias Wenholt.
Organisiert wird die Veranstaltung im Rahmen des LifeGRID-Projekts, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert wird. Im Fokus stehen diesmal pflegebedürftige Menschen und pflegende Angehörige. Sie stellen für die Hilfs- und Rettungsorganisationen im Ernstfall eine besondere Gruppe dar. In Vorträgen geht es beispielsweise um Notstromversorgung, um die Funktion von Warn-Apps, um die Plattform „kein Notfall.de“, um eine Starkregensimulation für die Braker Sielacht aus dem EU-Projekt FIER und um die Vorteile des neuen Pflegeregisters, in das sich Interessierte vor Ort eintragen lassen können. Außerdem ist ein neuer Ratgeber mit Tipps zur Vorsorge und Checklisten zum Heraustrennen kostenlos erhältlich.
„Wir beleuchten alle Aspekte der Krisenvorsorge, Pflegestrukturen und lassen Fachleute zu Wort kommen“, erläutert Matthias Wenholt. So bildet eine 90-minütige Podiumsdiskussion einen Schwerpunkt, die um 11.00 Uhr in der Kantine des OOWV beginnt. Daran teilnehmen werden Dr. Jutta Freymuth (Bezirksverband Oldenburg), Prof. Peter Bradl (Institut Rettungswesen, Notfall- und Katastrophenmanagement), Jürgen Schreiber (ehem. Generalssekretär der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin), Jan Hoffmann (Geschäftsführer Sozialverband Wesermarsch/Ammerland) und Dr. Gesa Schirrmacher (Nds. Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung).
Pflegende Angehörige können außerdem an einem Workshop teilnehmen, der von 13.30 bis 15.00 Uhr in einem Zelt neben der Kantine des OOWV stattfinden wird. Dort gibt es Beratung, Möglichkeiten zum Austausch und konkrete Hinweise zur Vorbereitung auf Krisensituationen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Neben Informationsständen, Vorträgen und Vorführungen präsentieren zahlreiche Hilfs- und Rettungsorganisationen ihre Arbeit. Besucherinnen und Besucher können moderne Einsatztechnik kennenlernen und erfahren, wie Feuerwehr, Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen, Behörden und Ehrenamtliche im Katastrophenfall zusammenarbeiten. Vor Ort informieren die Unternehmen Ulpts und Wiechmann über Möglichkeiten der Stromversorgung. Im Bereich der Kaje lädt die Wasserschutzpolizei wieder zum „Open Ship“ ein. Wer sich völlig straffrei „blitzen“ lassen möchte, hat ebenfalls die Gelegenheit dazu: Die Polizei misst die Geschwindigkeit beim Wettrennen mit einem Laser. Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit einer Hüpfburg vertreten. Und in einer Dunkelkammer des Deutschen Roten Kreuzes können Besucherinnen und Besucher die Folgen eines Stromausfalls erleben. Wen zwischendurch der Hunger oder Durst packt, wird ebenfalls fündig: Es gibt Stände mit Getränken, Pommes & Bratwurst, Eis und Kuchen.
Das vollständige Programm des Hochwasserschutztags ist auf www.lifegrid.de zu finden.
LifeGRID
Ziel des Projekts ist es, Maßnahmen und Strategien für pflege- und hilfebedürftige Menschen zu entwickeln, die im Falle von Überschwemmungen oder längerfristigen Stromausfällen besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. LifeGRID wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und gemeinsam mit mehreren Vollpartnern umgesetzt. Zu den Vollpartnern gehören der Landkreis Wesermarsch, die Jade Hochschule, der DRK-Kreisverband Wesermarsch, das Institut für Gefahrenabwehr, der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband, die Großleitstelle Oldenburger Land und die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.

