Mit einem umfassenden Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre hat Landrat Stephan Siefken in der Kreistagssitzung am Montag (29. Juni) Bilanz der auslaufenden Wahlperiode gezogen. In der vorletzten Sitzung des Kreistages vor den Kommunalwahlen stellte er die wichtigsten Entwicklungen und strategischen Weichenstellungen seit 2021 heraus.
„Die Wesermarsch des Jahres 2026 ist nicht mehr dieselbe Wesermarsch wie im Jahr 2021“, betonte der Landrat. Der Landkreis sei moderner, digitaler, wirtschaftlich stärker, besser vernetzt und zukunftsfähiger geworden. Die vergangenen Jahre seien von einem umfassenden Strategie- und Strukturwandel geprägt gewesen.
Im Mittelpunkt der Rede standen drei große Themenblöcke: die Transformation der Wesermarsch zur Energie- und Wasserstoffregion, die Sicherung der Daseinsvorsorge sowie die wirtschaftliche und infrastrukturelle Zukunftsgestaltung.
Als bedeutenden Erfolg bezeichnete der Landrat die Entwicklung des Landkreises zu einer der führenden Wasserstoffregionen Deutschlands. Mit der Wasserstoffallianz H2Marsch, der Energiedrehscheibe Wesermarsch, der Begleitung von Projekten wie Net-Zero-Valley und NordWestHub sowie dem Ausbau der Windenergie und Freiflächenphotovoltaik seien frühzeitig die Voraussetzungen geschaffen worden, damit Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region entstehen.
Auch bei der Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung seien wichtige Fortschritte erzielt worden. Dazu zählen unter anderem die Weiterentwicklung des Innovationszentrums Nordenham (INP) als MINT-Standort, die Mitgestaltung der Zukunftsregion JadeBay sowie die Gründung der Interkommunalen Gewerbeparkgesellschaft als gemeinsames Projekt der Kommunen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Rede war die Gesundheitsversorgung. Der Landkreis habe dort Verantwortung übernommen, wo Versorgungsstrukturen gefährdet gewesen seien. Als Beispiele nannte der Landrat das Regionale Versorgungszentrum Wesermarsch mit neuen medizinischen Angeboten sowie den Einsatz für eine wohnortnahe Versorgung. Auch der Aufbau des Hospiz- und Palliativhauses werde aktiv begleitet.
Im Bildungsbereich verwies der Landrat auf umfangreiche Investitionen in die Schulen des Landkreises. Neben baulichen Maßnahmen seien Digitalisierung, moderne Lernformen sowie die Weiterentwicklung der Wesermarsch als Bildungsregion wichtige Schwerpunkte gewesen.
Besonders hob Stephan Siefken außerdem die Fortschritte im Bereich der Inklusion hervor. Mit einem eigenen Referat, einer Inklusionslotsin und einer Kreisbehindertenbeauftragten seien dauerhafte Strukturen geschaffen worden, die Teilhabe stärken und zahlreiche Projekte ermöglicht hätten. Auch die Kreisverwaltung habe sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Digitale Verwaltungsangebote, die Einführung der digitalen Bauakte, Livestreams der Kreistagssitzungen, eine neue Internetseite sowie weitere Digitalisierungsmaßnahmen hätten die Verwaltung moderner und bürgerfreundlicher gemacht.
Darüber hinaus verwies der Landrat auf langfristig angelegte Projekte in den Bereichen Klimaschutz, Wassermanagement und Katastrophenschutz. Viele dieser Vorhaben bildeten die Grundlage für konkrete Maßnahmen in den kommenden Jahren.
Zum Abschluss dankte Stephan Siefken allen Kreistagsmitgliedern für die konstruktive Zusammenarbeit über Fraktionsgrenzen hinweg. Trotz unterschiedlicher Auffassungen seien die meisten Entscheidungen gemeinsam getroffen worden. Dies sei Ausdruck einer lebendigen kommunalen Demokratie. Seine Bilanz fiel entsprechend positiv aus: „Wir haben gestaltet, wir haben Zukunft vorbereitet und wir konnten gemeinsam etwas entwickeln.“ Die Grundlagen für viele Entwicklungen seien in dieser Wahlperiode gelegt worden und würden die Wesermarsch noch über viele Jahre prägen.

