Kreistagsmitglieder der AG Gesundheit 2040 diskutieren in Sondersitzung über Folgen der Schließung des St. Bernhard-Hospitals

Die Kreistagsabgeordneten der Arbeitsgruppe „Gesundheit 2040“ sprechen sich ausdrücklich für eine stationäre und ambulante Gesundheitsversorgung in der Wesermarsch aus einer Hand aus und unterstützen die Bemühungen der Helios Klinik Wesermarsch, am Standort Brake ein Gesundheitszentrum aufzubauen. Helios hat in einer Sondersitzung der AG am Dienstagabend bekräftigt, dieses Vorhaben entschlossen voranzutreiben.

Anlass für die gut eineinhalbstündige Sondersitzung war die angekündigte Schließung des St. Bernhard-Hospitals, das sich in katholischer Trägerschaft befindet. Gemeinsam mit Vertretern des St. Bernhard-Hospitals, der Helios Klinik Wesermarsch und der Stadt Brake berieten die Mitglieder der Arbeitsgruppe über die Folgen der angekündigten Betriebseinstellung und die Perspektiven für die ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung sowie den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Wesermarsch. Der Stiftungsrat des St. Bernhard-Hospitals war der Einladung zur Sitzung nicht gefolgt.

Hospital-Geschäftsführer Frank Germeroth erläuterte in der ausführlichen Beratung die wirtschaftliche Entwicklung des St. Bernhard-Hospitals. So habe sich während des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung im Frühjahr gezeigt, dass der Krankenhausbetrieb nicht dauerhaft abgesichert werden könne. Der Betrieb soll nach derzeitiger Planung noch bis Ende September fortgeführt werden. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) könne jedoch unabhängig vom Krankenhausbetrieb weitergeführt werden.

Helios bekräftigte, dass die stationäre Krankenhausversorgung in der Wesermarsch während einer Übergangsphase gesichert sei. Zusätzlich wird das Ziel verfolgt, die Kapazitäten am Standort Esenshamm zu erweitern. Parallel soll das ambulante Angebot in Brake erhalten und weiterentwickelt werden. Geplant ist der Fortbestand und Ausbau des bestehenden MVZ. Ein entsprechendes Konzept soll in den kommenden Tagen den beteiligten Akteuren vorgestellt werden.

Johannes Rasche, Helios-Regionalgeschäftsführer der Region Nord, konkretisierte: „Wir wollen unsere Leistung nicht am Standort Esenshamm konzentrieren, sondern ein Versorgungskonzept für die gesamte Wesermarsch entwickeln.“ In diesem Zusammenhang soll auch die notfallmedizinische Erstversorgung geklärt werden. Ziel ist, eine Erstaufnahme für Notfallpatienten in Brake zu erhalten. Rasche: „Mit dem Rettungsdienst ist besprochen, dass eine Not- und Notfallrettung in den Abend- und Nachtstunden auch am Standort Esenshamm erfolgen kann.“

Landrat Stephan Siefken und Brakes Bürgermeister Michael Kurz appellieren an die katholische Stiftung, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Gesprächsangebote der Helios-Klinik aufzunehmen. Sie begrüßen die Pläne zur Entwicklung eines Gesundheitszentrums und sichern ihre volle politische Unterstützung zu. Auch die AG Gesundheit 2040 bekräftigte ihre Unterstützung für eine tragfähige und zukunftsorientierte Lösung zu, die eine hochwertige Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Wesermarsch dauerhaft gewährleistet.

Landrat Stephan Siefken erklärt abschließend: „Helios hat konkrete Vorstellungen und Ziele. Es besteht die große Chance, mit der Versorgung aus einer Hand den Ansprüchen an eine hohe Qualität in der stationären und ambulanten Versorgung dauerhaft Rechnung zu tragen.“

Die Mitglieder der AG Gesundheit werden für eine weitere Standortbestimmung in voraussichtlich drei Wochen erneut zusammentreten.

Foto: Landkreis Wesermarsch/Meister

Das St. Bernhard-Hospital hat die Schließung angekündigt. Über die Folgen und Perspektiven dieser Entscheidung hat die AG Gesundheit 2040 des Kreistags beraten.