30 Jahre Niedersächsischer Inklusionsrat von Menschen mit Behinderungen

Der Niedersächsische Inklusionsrat von Menschen mit Behinderungen (NIR) hat am 27. August 2026 in Stade im Rahmen seiner 60. Vollversammlung und gleichzeitig der Jubiläumsveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen die Stader Erklärung zum inklusiven Katastrophenschutz in Niedersachsen verabschiedet. Darin fordert der NIR, die Belange von Menschen mit Behinderungen systematisch in die Planung, Vorbereitung und Bewältigung von Krisen- und Katastrophenlagen einzubeziehen.

Katastrophen, Großschadensereignisse und Krisen treffen Menschen mit Behinderungen häufig in besonderer Weise. Warnsysteme, Evakuierungsmaßnahmen, Notunterkünfte und Informationsangebote müssen deshalb so gestaltet sein, dass sie für alle Menschen barrierefrei nutzbar sind. Der NIR sieht hier weiterhin erheblichen Handlungsbedarf auf allen staatlichen Ebenen. „Ein wirksamer Katastrophenschutz muss alle Menschen erreichen. Niemand darf in Krisenlagen aufgrund einer Behinderung von Informationen, Unterstützung oder Schutzmaßnahmen ausgeschlossen werden“, erklärt Annetraud Grote, Niedersächsische Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen. „Inklusion darf nicht erst beim Eintritt der Katastrophe bedacht werden, sondern muss fester Bestandteil aller Planungsphasen sein.“

Die Stader Erklärung enthält konkrete Forderungen an Politik und Praxis. Dazu gehören unter anderem barrierefreie Warn- und Informationssysteme, die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen bei Planungsprozessen sowie die Berücksichtigung unterschiedlicher Unterstützungsbedarfe bei Evakuierungen und in Notunterkünften.

Die 60. Vollversammlung des NIR markierte zugleich den 30. Jahrestag der Gründungmdes Gremiums. Seit drei Jahrzehnten setzt sich der NIR für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein und vertritt deren Interessen gegenüber Politik und Verwaltung. „Nach 30 Jahren gemeinsamer Arbeit im NIR wissen wir, wie wichtig es ist, Bevölkerungsschutz von Anfang an inklusiv und aus einem Guss zu denken und die Perspektiven
aus Kommunen und Land zusammenzubringen“, ergänzt Monika Nölting, Sprecherin des NIR. Der NIR wird die verabschiedete Stader Erklärung den zuständigen Stellen in Land und Kommunen übermitteln und sich für eine zeitnahe Umsetzung der formulierten Forderungen einsetzen.

Über den Niedersächsischen Inklusionsrat von Menschen mit Behinderungen:
Der Niedersächsische Inklusionsrat von Menschen mit Behinderungen (NIR) ist die Interessenvertretung der kommunalen Beiräte, Beauftragten und weiterer Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen. Er versteht sich als Bindeglied zwischen Land und Kommunen und setzt sich für Inklusion, Chancengleichheit sowie die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein.

Foto: Sebastian Rath, Rathwerk

Die 60. Vollversammlung des NIR markierte zugleich den 30. Jahrestag der Gründung des Gremiums.