Delegation stellt Ministerin Staudte Projektentwurf für das „Ipweger Moor“ vor

Der Landkreis Wesermarsch möchte eines der bedeutendsten Moor- und Klimaschutzvorhaben Nordwestdeutschlands auf den Weg bringen: Das Konzept „Moore in Niedersachsen: Transformationsprozess Ipweger Moor (TIMo)“ ist jetzt dem Land Niedersachsen vorgestellt worden. Landrat Stephan Siefken, Erster Kreisrat Matthias Wenholt und der Vorsitzende des Kreislandvolkverbands Wesermarsch, Dr. Karsten Padeken, haben den Entwurf des Projektantrages in Hannover an Ministerin Miriam Staudte (Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) sowie Staatssekretärin Frauke Patzke überreicht. Begleitet wurden sie von Nikolaus Jansen, Landesbeauftragter des Amts für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (ArL).

Mit dem Projekt soll im Ipweger Moor ein modellhafter Transformationsprozess für Moor- und Klimaschutz umgesetzt werden, der Klimaschutz, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Biodiversität miteinander verbindet. Das Ipweger Moor zählt mit einer Gesamtausdehnung von rund 8.500 Hektar zu den größten Moorgebieten Nordwestdeutschlands. Mehr als 5.000 Hektar davon sollen als zentrale Projektkulisse mit landesweiter Ausstrahlungswirkung dienen.

Entwässerte Moorböden gehören zu den größten Quellen von Treibhausgasemissionen im Landnutzungssektor. Gleichzeitig sind sie seit Jahrzehnten Teil der regionalen Kulturlandschaft und landwirtschaftlichen Wertschöpfung. „Ziel des Projekts ist kein ordnungsrechtlicher Rückzug aus der Nutzung, sondern ein kooperativer, sozialverträglicher und wirtschaftlich tragfähiger Umbau der Moorbewirtschaftung. Mit diesem Förderantrag bringen wir mehrere Interessen unter einen Hut“, erklärt Landrat Stephan Siefken.

Durch großflächige Teil- und Vollvernässung sollen Treibhausgasemissionen dauerhaft reduziert werden. Gleichzeitig werden neue Nutzungs- und Wertschöpfungsoptionen auf wiedervernässten Moorböden entwickelt, um die wirtschaftliche Basis der landwirtschaftlichen Betriebe langfristig zu sichern. Zentrales Instrument zur Umsetzung ist die vereinfachte Flurbereinigung, die eine konfliktarme Neuordnung von Flächen ermöglicht und rechtssichere, stabile Raumstrukturen schafft.

Das Konzept des Landkreises bildet die Grundlage für einen Förderantrag im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK). Über die angekündigte Richtlinie „Palu“ soll das Kooperations- und Verbundvorhaben als Projekt mit Leuchtturmcharakter finanziert werden. Als Schlüsselwerkzeug zur Umsetzung soll zudem die vereinfachte Flurbereinigung dienen. Sie ermöglicht die konfliktarme Neuordnung von Flächen, bündelt Moorflächen für Klima- und Naturschutz, stärkt die agrarstrukturelle Entwicklung der Betriebe und schafft rechtssichere, langfristig stabile Raumstrukturen.

Getragen wird das Vorhaben von einem breiten regionalen Bündnis. Neben dem Landkreis Wesermarsch wirken unter anderem das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, das Niedersächsische Koordinierungszentrum Moorbodenschutz, der NLWKN, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Niedersächsischen Landesforsten, der Kreislandvolkverband Wesermarsch sowie der Kreisverband Wesermarsch der Wasser- und Bodenverbände mit. Aufgrund der grenzübergreifenden Lage des Moorgebiets sucht der Landkreis schon im Vorfeld zudem eine Abstimmung mit dem Landkreis Ammerland und der Stadt Oldenburg.

„Mit dem TIMo-Projekt will der Landkreis Wesermarsch zeigen, dass Moor- und Klimaschutz nicht gegen, sondern gemeinsam mit der Landwirtschaft gelingen kann – als messbarer Beitrag zu den Klimazielen von Bund und Land und als zukunftsfähige Perspektive für den ländlichen Raum“, so Landrat Stephan Siefken abschließend.

Foto: Landkreis Wesermarsch

Die Delegation aus der Wesermarsch stellte in Hannover ihren Konzeptentwurf vor. Von links zu sehen: Dr. Karsten Padeken (Kreislandvolk), Stephan Siefken (Landrat), Frauke Patzke (Staatssekretärin), Miriam Staudte (Ministerin), Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter).