Stabsmitglieder und Organisationen übten erstmals im Katastrophenschutzzentrum
Nach mehrjähriger Planungs- und Bauphase ist jetzt das Katastrophenschutzzentrum des Landkreises in Brake in Betrieb genommen worden. Während einer zweitägigen Übung bezogen die Stabsmitglieder der Verwaltung, Verbindungsbeamte und Fachberater von Hilfs- und Rettungsorganisationen ihr neues Domizil an der Poggenburger Straße. Eindeutiges Fazit: Die Einrichtung hält was sie verspricht.
Rückblick: Bisher nutzte der Katastrophenschutzstab für seine Tätigkeit den Großen Sitzungssaal im Kreishaus. Dass der aufwendige Auf- und Abbau von Rechnern, Karten und Technik für die Stabsarbeit nicht mehr zeitgemäß ist, war schon im Jahr 2022 bekannt. Es dauerte jedoch noch einige Zeit, bis die Handwerker zu Bohrer und Hammer greifen und mit dem Umbau beginnen konnten. Denn zunächst musste die Bezirksmeisterei der EWE ausziehen und die Planung für den Zuschnitt von Räumen, den Brandschutz und die benötigte technische Ausstattung abgeschlossen werden. Aus einer ehemaligen Werkstatthalle ist ein großer Stabsraum mit modernen Arbeitsplätzen geworden.
„Wir heben mit den Räumlichkeiten den Bevölkerungsschutz auf ein neues Level. Wir haben die Chance genutzt, um für eine optimale technische Ausstattung zu sorgen, die in der Stabsarbeit zur Bewältigung von Katastrophen erforderlich ist“, erklärt Matthias Wenholt, Erster Kreisrat und Leiter des Katastrophenschutzstabs. Leinwände und Beamer sind Geschichte. Moderne Monitore ermöglichen eine hervorragende Darstellung der Einsatzlage und etwaiger Entwicklungen, sodass alle – egal ob etwa Feuerwehr, technische Einsatzleitung oder die Polizei – ihre jeweiligen Aufgaben koordinieren und abgestimmt umsetzen können. „Durch die Raumaufteilung wird auch der Austausch zwischen den Sachgebieten, den externen Fachberatern sowie die Bearbeitung einzelner Schwerpunkte in kleinen Teams erleichtert. Obendrein ist die Technische Einsatzleitung näher an das Geschehen herangerückt, was Abstimmungsprozesse vereinfacht“, so Wenholt.
Landrat Stephan Siefken stattete der Übung einen Besuch ab. Auch er zeigte sich erfreut: „Wir alle hoffen, von Katastrophen verschont zu bleiben. Die Ereignisse in Deutschland und der Welt in den letzten Jahren zeigen aber, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist. Unser Plan, die Effizienz der Arbeit im Bevölkerungsschutz durch ein Katastrophenschutzzentrum zu erhöhen, ist aufgegangen. Für den Ernstfall sind wir jetzt sehr viel besser aufgestellt, insofern sind die von der Kreispolitik bewilligten Mittel sehr gut investiert.“
Auch wenn das neue Mobiliar steht – ganz abgeschlossen sind die Arbeiten in dem neuen Gebäude noch nicht. In den kommenden Wochen werden noch fehlende Türzargen eingebaut und Restarbeiten im Innenraum vollzogen. Zudem fehlt noch die Notstromversorgung und die Zufahrt im Außengelände soll so hergerichtet werden, dass Lkw das Gebäude umfahren können.
Der Katastrophenschutzstab des Landkreises übt mehrfach im Jahr das Zusammenspiel mit den Hilfs- und Rettungsorganisationen. Die einzelnen Sachgebiete des Stabs lassen sich dabei von Fachberatern unterstützen. So sind neben der Polizei und Bundeswehr auch Hilfs- und Rettungsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe, die DLRG, das Technische Hilfswerk und der Eigenbetrieb Rettungsdienst in die Stabsarbeit eingebunden. Die Übungen werden jeweils von externen Trainern begleitet, die das Szenario entwickeln und im sogenannten Gegenstab die Außenwelt abbilden, sodass Einsatzlagen möglichst realistisch abgearbeitet werden müssen. Im Anschluss werden Verlauf und Aufgabenerfüllung bewertet.
Der Bewährungsprobe folgt übrigens demnächst ein Besichtigungstermin der Kreispolitik. Den Mitgliedern des Bauausschusses wird das Katastrophenschutzzentrum im Rahmen einer öffentlichen Sitzung am 3. September um 16.30 Uhr gezeigt.

