Pflegeregister wird nach einjähriger Test- und Entwicklungsphase vollständig geöffnet
Rund ein Jahr nach seinem Start wird das Pflegeregister in der Wesermarsch deutlich ausgeweitet: Jetzt können sich alle pflegebedürftigen Personen ab Pflegegrad 1 registrieren lassen. In der bisherigen Test- und Entwicklungsphase war eine Aufnahme ab Pflegegrad 3 möglich. Mit der vollständigen Öffnung folgen die Projektbeteiligten von „LifeGRID“ auch den Erkenntnissen aus Gesprächen und dem Wunsch vieler Betroffener.
Das Register soll dazu beitragen, dass Einsatzkräfte pflegebedürftige Menschen in Katastrophenlagen gezielter erreichen und unterstützen können. Dies kann bei längeren Stromausfällen von besonderer Bedeutung sein, etwa wenn Betroffene auf medizinische Geräte oder auf regelmäßig benötigte Medikamente angewiesen sind. Die Eintragung erfolgt auf freiwilliger Basis. Zugriff auf die hinterlegten Daten haben ausschließlich das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Katastrophenschutzstab des Landkreises Wesermarsch. Die Angaben werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin geprüft.
„Das zurückliegende Jahr haben wir genutzt, um das Pflegeregister beispielsweise in Katastrophenschutzübungen zu erproben und weiterzuentwickeln“, erklärt Kathleen Hirsch, zuständige Koordinatorin beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes. Gleichzeitig hat das DRK im Rahmen von Informationsveranstaltungen in der gesamten Wesermarsch sowie jüngst beim Hochwasserschutztag in Brake das Angebot vorgestellt. „In Gesprächen mit Pflegebedürftigen, Pflegediensten, Angehörigen und weiteren Interessierten wurde immer wieder der Wunsch geäußert, die Zugangsvoraussetzungen zu erweitern und zu vereinfachen. Auch Menschen mit Pflegegrad 1 oder 2 wollen für den Katastrophenfall vorsorgen und von den Einsatzkräften berücksichtigt werden. Diesem Wunsch kommen wir jetzt nach“, erklärt Kathleen Hirsch. Sie kündigt weitere Info-Veranstaltungen für den Herbst an, die rechtzeitig auf www.drk-wesermarsch.de und www.lifegrid.de bekanntgegeben werden. „Je mehr Pflegebedürftige von der Möglichkeit erfahren und sich freiwillig registrieren, desto aussagekräftiger ist das Register für den Ernstfall“, so Kathleen Hirsch.
Entwickelt wurde das Pflegeregister im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Projekts „LifeGRID“ unter Federführung des Landkreises Wesermarsch und des DRK-Kreisverbands. Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die Freiwilligkeit der Registrierung. Diese ist online auf www.pflegeregister-wesermarsch.de möglich. Wer Unterstützung bei der Anmeldung benötigt oder Fragen zum Pflegeregister hat, kann sich zudem per E-Mail an pflegeregister@drk-wesermarsch.de wenden.
LifeGRID
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung, Technologie und Raumfahrt in der SifoLIFE Förderrichtlinie gefördert. Mehrere Organisationen und Institutionen entwickeln Konzepte für Katastrophenfälle und nehmen dabei insbesondere Pflegebedürftige und ältere Menschen in den Blick. Das Projekt ist im Oktober 2023 gestartet und endet am 30. September 2027. Zu den Vollpartnern gehören neben dem Landkreis Wesermarsch die Jade Hochschule, der DRK-Kreisverband Wesermarsch, das Institut für Gefahrenabwehr, der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband, die Großleitstelle Oldenburger Land und die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V. Weitere Infos sind zu finden auf www.lifegrid.de.
Fotonachweis: Landkreis Wesermarsch
Bildunterschrift: Das LifeGRID-Projekt wirbt unter anderem mit Flyern für das Pflegeregister. Informationen sind auch im Internet auf www.pflegeregister-wesermarsch.de zu finden.
Foto: Landkreis Wesermarsch
Das LifeGRID-Projekt wirbt unter anderem mit Flyern für das Pflegeregister. Informationen sind auch im Internet auf www.pflegeregister-wesermarsch.de zu finden.

