Landrat äußert sich zur angekündigten Schließung des St. Bernhard-Hospitals in Brake

Die angekündigte Schließung des St. Bernhard-Hospitals stellt die medizinische Versorgung in der Wesermarsch vor eine tiefgreifende Zäsur. Landrat Stephan Siefken fordert den Krankenhausträger auf, kurzfristig Perspektiven für den Standort vorzulegen. Zugleich sagt der Landkreis seine Unterstützung bei der Suche nach zukunftsfähigen Lösungen zu.

„Die Nachricht trifft uns alle, die Bürgerinnen und Bürger, die Beschäftigten, deren Familien und die gesamte Gesundheitsversorgung in der Wesermarsch schwer. Ich sehe den Krankenhausträger in der Pflicht, kurzfristig eine belastbare Perspektive für die Sicherung des Standorts vorzulegen. Der Landkreis wird alle konstruktiven Bemühungen unterstützen, ich appelliere aber gleichzeitig an die Verantwortung des Trägers“, sagt Stephan Siefken.

Der Landrat kündigt an, umgehend das Gespräch mit dem zuständigen Bischof, der Geschäftsführung des Hospitals sowie mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung zu suchen, um die medizinische Versorgung der Menschen in Brake und der gesamten Region sicherzustellen. Dabei erinnert Siefken an den Besuch von Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi am 3. April 2025 in Brake. Damals hatte der Minister die Mitglieder des Kreistags in einer interfraktionellen Sitzung unmissverständlich darauf hingewiesen, dass nach allen vorliegenden Untersuchungen langfristig lediglich ein Krankenhausstandort in der Wesermarsch wirtschaftlich und strukturell überlebensfähig sein wird. „Diese Einschätzung war bekannt. Umso wichtiger ist es jetzt, nicht in Schockstarre zu verfallen, sondern alle denkbaren Optionen schnell und ergebnisoffen zu prüfen. Alle Lösungsvorschläge müssten ohne Denkverbote auf den Tisch“, so Siefken.

Der Landrat hatte seinerseits wiederholt in Briefen an das Gesundheitsministerium und in Telefonaten auf die Bedürfnisse der Wesermarsch in der Gesundheitsversorgung hingewiesen. Inhaltlich war die Kreisverwaltung in die laufenden Gespräche zwischen Klinken und Ministerium nicht eingebunden. „Wir brauchen endlich eine transparente Kommunikation, damit Entwicklungen und Entscheidungen nachvollziehbar werden“, so Siefken.

Falls der Krankenhausträger nicht in der Lage ist, den Standort zu sichern, muss nach Überzeugung des Landrats auch die Entwicklung des Standorts in Brake zu einem leistungsfähigen Regionalen Gesundheitszentrum (RGZ) oder auch Intersektoralen Gesundheitszentrum (IGZ) geprüft werden. Hierzu wurde das Gespräch mit Helios aufgenommen. „Voraussetzung ist in jedem Fall eine belastbare und zukunftsfähige Konzeption für Brake. Am heutigen Standort in Brake darf es keinen medizinischen Kahlschlag geben. Nach meiner Einschätzung ist Helios bereit und wäre in der Lage eine gute Konzeption für die Wesermarsch aufzubauen, wofür auch die bereits für das Hospital in Brake gesicherten Fördermittel des Landes eingesetzt werden sollten“, so Siefken. Neben der Versorgungssicherheit sei damit das Ziel verbunden, die Ärztinnen und Ärzte sowie die Pflege- und Fachkräfte im Landkreis zu halten und eine Perspektive zu bieten. „Diese Menschen sind das Rückgrat unserer medizinischen Versorgung. Es muss alles darangesetzt werden, ihre Kompetenz und Erfahrung für die Wesermarsch zu sichern. Gehen diese Fachkräfte verloren, wird ein späterer Neuaufbau deutlich schwieriger.“

Abschließend appelliert Siefken an alle Beteiligten, die Kräfte auf die Zukunft zu richten: „Jetzt ist nicht die Zeit für Schuldzuweisungen, Forderungen nach nicht umsetzbaren Konzepten oder Änderungen von Rahmenbedingungen, die nicht änderbar sind. Jetzt ist die Zeit für Lösungen. Wir müssen gemeinsam alles daransetzen, die medizinische Versorgung in der Wesermarsch jetzt langfristig zu sichern und zukunftsfähig aufzustellen. Ich werde selbstverständlich meinen Beitrag leisten und meine Lösungsansätze und Gespräche mit Nachdruck mit vorantreiben.“

Zur Erklärung des St. Bernhard-Hospitals geht es hier: https://www.krankenhaus-brake.de/ein-schwerer-abschied-st-bernhard-hospital-brake-stellt-betrieb-ein/


Foto: Michael Bahlo

Landrat Stephan Siefken verlangt Lösungsvorschläge ohne Denkverbote, um die medizinische Versorgung in der Wesermarsch dauerhaft zu sichern.