Bund bestätigt Förderfähigkeit / Landrat Siefken dankt für Unterstützung

Akteure des Kreislandvolks, des Grünlandzentrums, von Entwässerungs- und Umweltschutzverbänden sowie der Kreisverwaltung wollen im Ipweger Moor zeigen, dass die Wiedervernässung von Moorflächen und landwirtschaftliche Interessen mit den Zielen des Klimaschutzes vereinbar sind. Den Beweis soll ein Projekt mit dem Titel „Transformationsprozess Ipweger Moor – Kooperations- und Verbundvorhaben (TIMo)“ liefern. Jetzt rückt das Ziel in greifbare Nähe. Der Bund hat den Antrag des Landkreises mit einem Volumen von rund 160 Millionen Euro als förderfähig eingestuft. Damit steht die Bewilligung in Aussicht. Das Land Niedersachsen stellt bei einem erfolgreichen Verlauf sogar weitere 10 Millionen Euro bereit.

Das Ipweger Moor gehört mit einer Gesamtfläche von rund 8.400 Hektar zu den größten Moorgebieten Nordwestdeutschlands. Rund 6.000 Hektar davon liegen im Landkreis Wesermarsch, etwa 5.000 Hektar werden landwirtschaftlich genutzt. Ein kleiner Teil des geplanten Projektgebietes liegt in der Stadt Oldenburg, die ebenfalls Projektpartner ist. Mit „TIMo“ soll das Gebiet zu einer bundesweiten Leuchtturmregion für eine klimaschonende und zugleich wirtschaftlich tragfähige Moorentwicklung werden.

Landrat Stephan Siefken freut sich: „Die festgestellte Förderfähigkeit ist ein Riesenerfolg für alle, die an diesem Projektantrag mitgewirkt haben. 160 Millionen Euro sind eine gewaltige Perspektive für unsere Region, in der wir Klimaschutz und eine starke Landwirtschaft gemeinsam entwickeln.“ Für Stephan Siefken ist insbesondere der kooperative Ansatz des Projektes entscheidend. „Von Anfang an war für uns klar: Eine solche Transformation kann nur gemeinsam mit den Menschen gelingen, die im Moor leben, wirtschaften und Verantwortung für die Flächen tragen. Wir wollen gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln, die den Klimaschutz voranbringen und den landwirtschaftlichen Betrieben zugleich eine verlässliche wirtschaftliche Perspektive bieten.“

Eine zentrale Rolle soll dabei die Flurbereinigung spielen, die ebenso wie der gesamte Prozess auf freiwillige Mitwirkung aufbaut. Durch Flächentausch und Neuordnung können Nutzungskonflikte entschärft und Alternativflächen für landwirtschaftliche Betriebe geschaffen werden, wozu etwa die Schaffung einzelner neuer Wege und Betriebserweiterungen gehören. Gleichzeitig sollen neue Formen moorschonender Bewirtschaftung entwickelt und erprobt werden. Dazu gehören beispielsweise teilvernässtes Grünland, Nasswiesen, Paludikulturen oder extensive Beweidung. Darüber hinaus soll TIMo wirtschaftliche Perspektiven schaffen. Vorgesehen ist unter anderem, regionale Wertschöpfungsketten für Biomasse aus nasser oder moorschonender Bewirtschaftung aufzubauen.

Getragen wird der bisherige Prozess von einem breiten regionalen Bündnis. Neben dem Landkreis sind unter anderem Fachbehörden des Landes, Landwirtschaftskammer, Kreislandvolkverband, Grünlandzentrum, Wasser- und Bodenverbände, Naturschutz und regionale Partner beteiligt.

Mit der positiven Bewertung des Bundes ist ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Für den tatsächlichen Start von Maßnahmen liegt aber noch einige Arbeit vor dem Bündnis, denn bisher wurde von Seiten des Bundes nur die Projektskizze als Antrag bewertet. Nun geht es darum, konkret abgefragte Erläuterungen zum Gesamtvorhaben nachzuliefen. Die erste Abstimmung mit der Rentenbank, die das Projekt fördertechnisch begleitet, erfolgt noch in dieser Woche. Auch muss eine rechtlich verbindliche Basis der Zusammenarbeit geschaffen werden, wofür auch die Gremien der jeweiligen Projektpartner beteiligt werden.

„Dass dieser breite Ansatz nun auch auf Bundesebene überzeugt hat, ist eine Bestätigung für den Weg, den wir in der Wesermarsch eingeschlagen haben. Mein Dank gilt Umweltminister Christian Meyer und dem Land Niedersachsen für die Unterstützung des Projektes. Jetzt gilt es, die Chancen mit den Projektpartnern gemeinsam zu nutzen“, sagt Siefken abschließend.

Foto: Landkreis/Meister

Landrat Stephan Siefken dankt den zuständigen Ministerien von Bund und Land für die Unterstützung des Projekts „TIMo“.