Landkreis bittet um besondere Rücksichtnahme auf geschützte Vögel

Die Population der Seeadler in der Wesermarsch hat sich in den vergangenen Jahren erfreulich entwickelt. Nachdem sich im Jahr 2013 erstmals Seeadler im Kreisgebiet niedergelassen hatten, leben inzwischen sieben Brutpaare sowie ein weiteres Revierpaar im Landkreis. Regelmäßig werden Jungvögel erfolgreich großgezogen. Damit dies auch künftig gelingt, bitten der zuständige Landschaftswart und Regionalbetreuer für Seeadler sowie die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises eindringlich darum, ausreichend Abstand zu den Nestern einzuhalten.

Besonders in der Zeit von Dezember bis Juli reagieren die Tiere sehr empfindlich auf Störungen in der Umgebung. Werden die Altvögel aufgeschreckt und verlassen den Horst, kann dies schwerwiegende Folgen für Gelege und Jungvögel haben. Eier können auskühlen, Jungtiere Fressfeinden ausgesetzt sein oder bei schlechter Witterung nicht ausreichend geschützt und versorgt werden.

Naturfreunde und Fotografen können die Tiere dennoch problemlos beobachten: An allen bekannten Neststandorten ist dies von öffentlichen Straßen und Wegen aus möglich, ohne die Seeadler zu beeinträchtigen. Ein Fernglas, ein Spektiv oder eine geeignete Kameraausrüstung bieten dabei gute Möglichkeiten für eindrucksvolle Beobachtungen aus respektvoller Entfernung.

Die Untere Naturschutzbehörde weist darauf hin, dass ein zu nahes Herangehen an die Horste während der Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeit die geschützten Vögel erheblich stören kann. Dies kann einen Verstoß gegen die Bestimmungen des besonderen Artenschutzrechts gemäß § 44 Absatz 1 Bundesnaturschutzgesetz darstellen. Zudem sind die Rechte der Grundstückseigentümer zu beachten. Private Flächen dürfen nicht ohne vorherige Zustimmung betreten werden.

Foto: Landkreis Wesermarsch/Müller

Wer die eindrucksvollen Seeadler beobachten möchte, muss ausreichend Abstand halten. Der Landkreis weist auf den Schutz der Tiere hin.