Klimaschutz & Klimawandel

Umwelt & Klima

Landschaftliches Bild mit Blumenwiese und einem Sonnenuntergang
Fachdienst Umwelt - Klimaschutzmanagement
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Klimaschutzkonzept

Der Landkreis Wesermarsch hat ein neues Klimaschutzkonzept beschlossen.

Es wurde von 2024 bis 2025 in Zusammenarbeit mit vielen Fachleuten und dem Büro „energielenker“ erarbeitet und am 15.12.2025 vom Kreistag beschlossen.

Das Klimaschutzkonzept zeigt Wege und Maßnahmen auf, wie der Landkreis das ambitionierte Ziel der Klimaneutralität bis 2040 erreichen kann. Es umfasst 33 Maßnahmen in 6 Handlungsfeldern.

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Die Handlungsfelder sind:

    1. Vorbildfunktion Kreisverwaltung,
    2. Interkommunale Zusammenarbeit/ übergeordnete Maßnahmen,
    3. Strom/ erneuerbare Energien,
    4. Wärme,
    5. Nachhaltige Mobilität und
    6. Umweltbildung/ Beratung/ Öffentlichkeitsarbeit.

Die Inhalte des Konzepts im Überblick

Zu Beginn des Konzepts werden einleitend die Hintergründe der Erstellung und die Vorgehensweise des Konzepts sowie der bisherige Stand der Entwicklung im Klimaschutzmanagement erklärt.

Anschließend stellt Kapitel 4 mit der Energie- und Treibhausgasbilanz die Ausgangssituation hinsichtlich der Energieverbräuche sowie dadurch verursachten Emissionen im gesamten Kreisgebiet dar. Diese werden aufgeschlüsselt in verschiedene Sektoren (Industrie, Gewerbe/ Handel/ Dienstleistungen, private Haushalte, Verkehr und kreiseigene Einrichtungen) und auch nach Energieträgern aufgeteilt dargestellt.

Im folgenden Kapitel 5 wird in einer Potenzialanalyse betrachtet, welche Effizienz- und Einsparpotenziale zur Reduzierung von Energieverbräuchen und Emissionen es gibt, sowie welches Potenzial zur Reduzierung von Emissionen aus dem weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien geschöpft werden kann.

Die Berechnungen zur Energie- und Treibhausgasbilanz sowie für Potenziale wurden nach „Bilanzierungsstandard kommunal“ (kurz „BISKO“) erstellt, der für Landkreise, Städte und Gemeinden etabliertet ist.

Da die Landwirtschaft eine wichtige Rolle in unserem grünen Landkreis spielt, wurde zusätzlich eine Bilanz für sogenannte „nicht-energetischen Emissionen“ aus den Sektoren Landwirtschaft, Landnutzung und Landnutzungsänderung und eine dazugehörige Potenzialanalyse im Konzept in den Kapiteln 6 und 7 erstellt.

In Kapitel 8 werden Leitziele zur Erreichung der THG-Neutralität in 2040 basierend auf der Potenzialanalyse der Energie- und Treibhausgasbilanz aufgestellt. Sie umfassen Teilziele für einzelne Sektoren und eine grafische Darstellung zur Visualisierung.

Noch konkreter wird der Weg zur Zielerreichung in Kapitel 9 durch den Katalog von 33 Maßnahmen in 6 Handlungsfeldern. Sie wurden in drei Workshops in 2024 entwickelt und anschließend weiter ausgearbeitet. Für jede Maßnahme ist ein ausführlicher Steckbrief mit Ausgangslage, Zielgruppe, Priorität, Zuständigkeit und mitwirkenden Akteuren, Kostenschätzung und erwarteten eingesparten Emissionen enthalten.

In den Kapiteln 10 und 11 sind Strategien zur Zielerreichung und Transformationspfade dargestellt, die die Maßnahmen im Zeitverlauf in den 6 Handlungsfeldern skizzieren und grafisch veranschaulichen. Das Klimaschutzkonzept umfasst zudem in Kapitel 12 eine Verstetigungsstrategie, mit der sichergestellt wird, wie die Maßnahmen nach der Beschlussfassung dauerhaft und von verschiedenen Akteuren umgesetzt werden sollen. Im Controlling-Konzept (Kap. 13) sind Schritte von Monitoring, also der Messung des Fortschritts und Controlling, der Steuerung der Vorhaben skizziert. Dies ist entscheidend um nach dem Beschluss des Konzepts die Umsetzung von Maßnahmen zu messen, Wirkung und Ergebnisse zu überprüfen. Somit können die eingesetzten Aktivitäten und Mittel fortlaufend analysiert und hinsichtlich der die Zielerreichung bewertet werden, um wenn nötig nachzusteuern.

Das Konzept schließt mit dem Themenfeld „Kommunikation und Akteursbeteiligung“ und stellt heraus wie durch Informations- und Wissensaustausch mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Verbänden sowie Gewerbe und Industrie und natürlich auch in politischen Gremien, sowie durch öffentlichen Dialog andererseits die Erreichung der Klimaschutzziele abgesichert wird. Kommunikationsmaßnahmen sollen helfen, Klimaschutz in der breite der Gesellschaft zu verankern, Bewusstsein schaffen und für Ziele und Maßnahmen sensibilisieren. Dazu sind sowohl Veranstaltungen vor Ort sowie auch digitale Kommunikationswege erforderlich.

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Die Erstellung des neuen Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis Wesermarsch

Zu Beginn der Konzepterstellung wurde eine aktuelle Energie- und Treibhausgasbilanz erstellt. Sie umfasst die Daten von Energieverbräuchen aller wichtiger Sektoren im Landkreis. In drei Workshops im Jahr 2024 konnten zusammen mit Fachleuten wichtige kurz- und mittelfristige Schritte für mehr Klimaschutz zusammengetragen und beraten werden. Akteure aus der Kreispolitik und -verwaltung, den Städten und Gemeinden sowie weitere Fachleute u.a. aus den Bereichen Energie, Wirtschaft und Landwirtschaft haben zusammen untersucht, in welchen Handlungsfeldern Veränderungen erforderlich sind, um Klimaneutralität zu erreichen, aber auch diskutiert, inwieweit die Maßnahmen für den Landkreis stimmig zugeschnitten werden müssen. Um auch die Ideen und Anregungen möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis einbeziehen zu können, bestand die Möglichkeit sich vom 14.10. bis 10.11.2024 an einer Online-Umfrage mit Ideen-Karten zu beteiligen.

Das Klimaschutzmanagement möchte sich herzlich bei Ihnen für Ihre rege Teilnahme an unserer Umfrage zum Klimaschutz im Landkreis bedanken! Insgesamt sind 404 Rückmeldungen aus allen Städten und Gemeinden des Landkreises eingegangen. „Das ist eine tolle Beteiligung“, freut sich das Klimaschutzteam.

Mithilfe der Umfrage wurden aktuelle Klimaschutz-Aktivitäten und durch die Wesermärschler*innen bereits umgesetzte Maßnahmen erfasst. Weitere Fragen zielten darauf ab, die Betroffenheit der Befragten durch den Klimawandel herauszufinden und wie dieser sich subjektiv im Alltag der Bürgerinnen und Bürger der Wesermarsch bemerkbar macht.  Ebenfalls wurden Meinungen und Anregungen erfragt, welche Maßnahmen für mehr Klimaschutz in verschiedenen Handlungsfeldern als besonders wichtig empfunden werden.

Ihre Ideen und Anregungen für mehr Klimaschutz im Landkreis waren gefragt!

Die Auswertung der Umfrage ergab, dass ein breites Spektrum an Handlungsfeldern für die Teilnehmenden von Relevanz ist, darunter:

  • Klimafreundlich zu leben und Nachhaltigkeit zu fördern
  • Energetische Gebäudesanierung und Nutzung klimafreundlicher Alternativen für Strom und Heizen
  • Schaffung und Pflege von insekten- und klimafreundlichen Grünflächen und Gärten
  • Anpassung an die Folgen des Klimawandels, wie bspw. Starkregenereignisse und lange Trockenperioden
  • Verbesserung des Radwegenetzes und Ausbau des ÖPNV-Angebots sowie der E-Ladesäuleninfrastruktur
  • Diverse Informations- und Beratungsangebote zu den genannten Themen.

Ein Großteil der Befragten (insg. 72,3%) gab an, dass Klimaschutz für Sie persönlich einen hohen bis sehr hohen Stellenwert hat. Ihr Engagement und Ihre wertvollen Beiträge spiegeln dies wider und zeigen, wie wichtig Ihnen der Schutz unserer Umwelt sowie eine nachhaltige Entwicklung der Region sind.


Die Ergebnisse der Umfrage halfen uns dabei, gezielte Maßnahmen zu entwickeln, die den Bedürfnissen und Wünschen der Bevölkerung entsprechen.

Dazu zählen

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Gemeinsam können wir den Klimaschutz in der Wesermarsch voranbringen und unsere Region für zukünftige Generationen lebenswert gestalten.
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Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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Unter allen Teilnehmenden wurden tolle regionale Preise verlost und vom Klimaschutzteam persönlich an die Gewinner der Auslosung überreicht. Aus einem kurzen Schnack über die eigenen Klimaschutzaktivitäten sowie die des Landkreises entwickelte sich ein inspirierender Austausch mit den sehr engagierten Wesermärschler*innen.

(c) Fotos: Landkreis Wesermarsch
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Aufgaben & Ziele

Ziel von Klimaschutzkonzepten ist es, auf Grundlage der CO2-Emissionen in einer Gebietskörperschaft handlungsorientierte, tragfähige Maßnahmen zu ermitteln, um die CO2-Emissionen möglichst kostengünstig und effizient zu mindern.

Langfristig soll so in einer Gebietskörperschaft die CO2-Neutralität in den verschiedenen Sektoren Strom, Wärme und Mobilität erreicht werden.

Berechnen Sie Ihre aktuelle CO2-Bilanz
und optimieren Sie diese für die Zukunft.

Hintergrundinformationen -

Das erste Klimaschutzkonzept 2014

Integriertes Klimaschutzkonzept – Regionalforum Unterweser (IKS)

Am 11.08.2009 wurde in Bremerhaven die Resolution zum Masterplan Klimaschutz von 12 Gebietskörperschaften unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung der Resolution hat man sich positioniert und den Entschluss gefasst, gemeinsam den Klimaschutz voranzutreiben.

Auf der Grundlage des integrierten Klimaschutzkonzeptes Regionalforum Bremerhaven (IKS) soll in den Gebietskörperschaften handlungsorientierte und tragfähige Maßnahmen ermittelt werden, um so die CO2-Emissionen möglichst kostengünstig und effizient zu mindern. Das IKS ist auf einen Zeithorizont von etwa 15 Jahren angelegtes Planungsinstrument. Es soll dazu dienen nicht bedarfsgerechte Investitionen zu verhindern, den Einsatz knapper Mittel zu optimieren und Synergieeffekte innerhalb und zwischen den Städten und Gemeinden zu fördern.

Langfristig soll die CO2-Neutralität in den verschiedenen Sektoren Strom, Wärme und Mobilität erreicht werden.

Für das Planungsinstrument IKS ist die Aufstellung einer CO2 – Bilanz erforderlich und dient als fortschreibbares Monitoring und zur Dokumentation über den Erfolg bzw. Misserfolg der Klimapolitik.

Der Kreisausschuss hat am 19.06.2023 beschlossen, dass ein neues Klimaschutzkonzept ausgeschrieben werden soll. Darin soll der aktuelle Stand des Landkreises erfasst sowie mögliche Maßnahmen und Strategien auf dem Weg zur Klimaneutralität entwickelt werden.